Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen am 25.11.2007

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen (25.11.2007) weist die Ministerin für Bildung, Familie, Frauen und Kultur, Annegret Kramp-Karrenbauer, auf den hohen Stellenwert hin, den der Schutz von Frauen vor Gewalt in der Politik der Landesregierung hat. "Die Landesregierung beteiligt sich u.a. an der Finanzierung von Beratungsstellen für Frauen und Mädchen, die Gewalt erfahren, sowie der Finanzierung der saarländischen Frauenhäuser. Sie entwickelt das Angebot an Schutz- und Beratungseinrichtungen stetig weiter."

23.11.2007 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

In diesem Zusammenhang informiert die Ministerin darüber, dass die Beratungs- und Interventionsstelle für Opfer häuslicher Gewalt, die im April diesen Jahres ihre Arbeit aufgenommen hat, innerhalb von sieben Monaten 460 betroffenen Frauen ein Beratungsangebot gemacht haben. Durch dieses landesweite Beratungsangebot, konnte der Schutz für Opfer häuslicher Gewalt weiter verbessert werden.

"Bereits im Jahr 2004 haben wir damit begonnen, ein umfangreiches Maßnahmepaket gegen häusliche Gewalt auf der Interventionsebene der Vollzugspolizei umzusetzen, das einen verbesserten Schutz der Opfer und das konsequente Einschreiten gegen die Täter zum Ziel hat. Diese Maßnahmen in Verbindung mit den rechtlichen Möglichkeiten des Gewaltschutzgesetzes haben zu einer zunehmenden Anzeigebereitschaft der Betroffenen geführt." Die Polizeiliche Kriminalstatistik weist für das Jahr 2006 insgesamt 2.740 Fälle häuslicher Gewalt für das Saarland aus, das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme von 276 Fällen (11,2 %).

Viele Opfer häuslicher Gewalt sind infolge jahrelanger Misshandlungen und Einschüchterungen nicht zu einem ersten Schritt der selbständigen Kontaktaufnahme zu einer Beratungsstelle in der Lage. "Wir sind deshalb sehr froh, dass der Sozialdienst katholischer Frauen in Kooperation mit dem Caritasverband für Saarbrücken und Umgebung die Beratungs- und Interventionsstelle, die aus Landesmitteln gefördert wird, eingerichtet hat, und den Betroffenen psychosoziale und rechtliche Erstberatung nach dem pro-aktiven Beratungsansatz anbietet", sagte die Ministerin. Die Beratungsgespräche würden von den gewaltbetroffenen Frauen als sehr hilfreich erlebt. Es habe sich gezeigt, dass die Interventionsstelle als Bindeglied zwischen der polizeilichen Intervention und der Inanspruchnahme gerichtlichen Rechtsschutzes gut funktioniere, so die Ministerin.

Die Mitarbeiterinnen der Interventionsstelle nehmen nach der Information durch die Polizei über einen Einsatz bei häuslicher Gewalt, schnellstmöglich Kontakt zu den Opfern auf, gehen aktiv auf diese zu und bieten in der Regel bereits am folgenden Tag spezialisierte und professionelle Unterstützung an.

Von den 460 Fällen häuslicher Gewalt, die seitens der Polizei der Interventionsstelle in den vergangenen sieben Monaten gemeldet wurden, haben rund 70 % der betroffenen Frauen das Beratungsangebot in Anspruch genommen, insgesamt wurden bislang 313 Frauen von der Interventionsstelle betreut. Von diesen wurden die meisten Frauen durch ihre Ehepartner oder Lebensgefährten misshandelt, in 19 % der Fälle wurden die Frauen durch ehemalige Ehepartner oder Lebengefährten misshandelt. In einigen dieser Fälle kam es zur Gewalt gegen Frauen, wenn Väter, die ein Umgangsrecht haben, die Kinder abholen oder zurückbringen.

Von Gewalt betroffene Frauen können sich auch direkt an die Beratungs- und Interventionsstelle im Haus der Caritas, Johannisstraße 2, 66111 Saarbrücken wenden oder die Beraterinnen unter der Telefon-Nummer 0681 – 37 99 610 erreichen.


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