Kinderschutzbund entsetzt über RTL-Serie "Erwachsen auf Probe"

(redaktion/pm) Der Deutsche Kinderschutzbund Bundesverband (DKSB) hat sich entsetzt über die bevorstehende RTL-Serie "Erwachsen auf Probe" geäußert. In dieser Sendung sollen Säuglinge und Kleinkinder von ihren Eltern getrennt werden, um sie in die Obhut von fremden Teenagern zu geben. Und dies für die Dauer von vier Tagen, rund um die Uhr in einer völlig fremden Umgebung.

07.05.2009 Artikel

"Diese Sendung setzt die Kinder einem hohen Risiko aus, ist somit Kindeswohlgefährdung und nicht hinnehmbar", sagt Paula Honkanen-Schoberth, Bundesgeschäftsführerin des DKSB.

Nach Ansicht des DKSB sind Kinder im Alter von 9-14 Monaten in einer hochsensiblen Phase und reagieren entwicklungsbedingt mit Angst und Abwehr auf fremde Personen. "Indem RTL diese Kinder existentiellen Ängsten aussetzt, nimmt der Sender die Entstehung einer Bindungsstörung bei den Kindern billigend in Kauf. Sollen wehrlose Babies hier den Preis dafür zahlen, dass RTL eine möglichst große Zuschauerzahl und damit hohe Werbeeinnahmen erzielen will? Das ist für uns nicht zu akzeptieren", betonte Honkanen-Schoberth.

Laut RTL ist "Erwachsen auf Probe" von der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) geprüft worden, die dem Format eine "positive pädagogische Absicht" attestiere. Die Eltern, die ihre Kinder abgeben, können ihren Nachwuchs und die Teenager in den kameraüberwachten Räumen 24 Stunden lang beobachten.

Die Einschaltung von Fachleuten, Kinderpsychologin, Ärztin, Erzieherin in der Sendung ist nach Ansicht des DKSB keine Lösung: "Diese Experten können die Kinder weder trösten, noch ihnen die Ängste nehmen", so Honkanen-Schoberth. Honkanen-Schoberth: "Auch die Teenager-Paare werden hier für den um sich greifenden Voyeurismus missbraucht. Die Ankündigung von RTL lässt vermuten, dass ein Scheitern des Erwachsen-Seins von vorne herein einkalkuliert wird und ein Ziel der Sendung die Abschreckung vor einem frühen Kinderwunsch sein soll."Der Kinderschutzbund fordert RTL dringend auf, die Serie nicht auszustrahlen und keine weiteren, die Entwicklung der Kinder gefährdenden, gleich gearteten Sendungen mehr zu produzieren.


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