Sachsen-Anhalt

Kultusministerium und Techniker Krankenkasse machen Sachsen-Anhalts Schulen gegen Mobbing mobil

Das Kultusministerium Sachsen-Anhalt und die Techniker Krankenkasse (TK) haben heute in Magdeburg die Anti-Mobbing-Koffer vorgestellt, die jetzt an Schulen des Landes weitergegeben werden sollen. Die Koffer sind Teil des gemeinsam vom Kultusministerium und der TK initiierten Landesprogramms "Mobbingfreie Schule – Gemeinsam Klasse sein!", welches ab sofort in den fünften und siebenten Klassen in Sachsen-Anhalt gestartet wurde.

31.08.2011 Pressemeldung Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt

Kultusstaatssekretär Dr. Jan Hofmann: "Wir wollen Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern für das Thema sensibilisieren, damit bei ersten Anzeichen sowie im Bedarfsfall wirksam reagiert werden kann. Die Anti-Mobbing-Koffer sind hervorragend geeignet, frühzeitig und präventiv grundlegende Informationen über Hintergründe und Erscheinungsformen zu vermitteln." Ziel sei, dass Schülerinnen und Schülern einen respektvollen Umgang miteinander pflegen und niemanden aus ihrer Mitte ausgrenzen oder körperlich bedrohen.

Jens Hennicke, Leiter der TK-Landesvertretung Sachsen-Anhalt: "Wir haben ein großes Interesse, den psychischen und physischen Schäden, die bei Kindern und jungen Menschen durch alle Arten von Mobbing entstehen können, vorzubeugen. Der Einsatz von Präventivmaßnahmen kann zu einem positiveren Klima an den Schulen beitragen." Mobbing sei ein großes gesellschaftliches Problem, dies zeige auch die zunehmende Zahl derer, die Hilfe bei Beratungsstellen oder in Internetforen aufsuchen.

Die 500 Koffer sollen an die Schulen verteilt werden, die das Programm "Mobbingfreie Schule – Gemeinsam Klasse sein!" in ihren Schulalltag integrieren wollen. Sie enthalten umfangreiche Präventionsmaterialien, unter anderem Handbücher und Filme sowie Faltblätter für eine umfangreiche Information aller Beteiligten. Damit soll der Kern des Programms, eine Projektwoche an den Schulen, umgesetzt werden. Durch Rollenspiele und Übungen lernen Schülerinnen und Schüler, Konfliktsituationen zu lösen und Regeln für ein höfliches Miteinander zu erarbeiten. In die Projektwoche sollen auch den Eltern einbezogen werden.

Im September werden in zweitägigen Fortbildungsveranstaltungen in Magdeburg und Halle die ersten Lehrerinnen und Lehrer im Umgang mit dem Material in den Koffern geschult und zu Multiplikatoren ausgebildet. Sie übernehmen bei den schulinternen Weiterbildungen die Schulung ihrer Kolleginnen und Kollegen.

Mobbing kann an jeder Schulform vorkommen und jeden treffen. Die Bandbreite reicht von Ignorieren oder Beschimpfen bis hin zu körperlicher Gewalt. Gefährdet sind besonders Schülerinnen und Schüler, die in irgendeiner Art und Weise besonders positiv oder negativ auffallen. Mobbing verlagert sich zunehmend auch ins Internet. Beim so genannten Cyber-Mobbing werden die Opfer unter Nutzung moderner Kommunikationsmittel bloßgestellt. Das bestätigt eine Forsa-Umfrage, die im Auftrag der TK in diesem Jahr bundesweit durchgeführt wurde und bei der 1.000 deutschsprachige Schüler zwischen 14 und 20 Jahren befragt worden: Jeder dritte Jugendliche war in Deutschland bereits einmal Opfer einer Cyber-Mobbingattacke. Dabei wurde fast jeder fünfte betroffene Schüler im Internet oder per Handy direkt bedroht oder beleidigt.

Hinweis für die Redaktionen:
Für die repräsentative Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der TK im Frühjahr 2011 bundesweit rund 1.000 in Privathaushalten lebende deutschsprachige Schülerinnen und Schüler im Alter von 14 bis 20 Jahren zu ihrem Internet-Nutzungsverhalten und Cybermobbing befragt.


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