Analphabetismus

Kampf gegen Analphabetismus: Kultusministerkonferenz und Volkshochschul-Verband werben für große gesellschaftliche Beteiligung an nationaler Strategie

Das Präsidium der Kultusministerkonferenz und der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) haben am Donnerstag in Berlin über die Umsetzung der im Dezember 2011 gestarteten Nationalen Strategie für Grundbildung und Alphabetisierung zur Verringerung der Zahl funktionaler Analphabeten beraten.

08.03.2012 Pressemeldung Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder

Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Ties Rabe, und die Präsidentin des Volkshochschul-Verbandes, Prof. Dr. Rita Süssmuth, riefen zu einer breiten gesellschaftlichen Unterstützung der Initiative auf: "Das Beherrschen der Schriftsprache ist Voraussetzung für eine uneingeschränkte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in all seinen Dimensionen. Wir wollen daher möglichst viele Institutionen dafür gewinnen, sich an der Initiative zu beteiligen."

Ties Rabe: "In den Ländern werden seit Jahren umfangreiche Grundbildungs- und Alphabetisierungskurse angeboten, die mehr als 20.000 Teilnehmer pro Jahr erreichen, 90 Prozent davon an Volkshochschulen. Doch es liegen auch große Aufgaben vor uns. Die Länder werden in Abstimmung mit dem Bund und den Kommunen prüfen, inwieweit bestehende Grundbildungsangebote ausgebaut werden sollten."

Als Beitrag für die weitere Ausgestaltung der gemeinsamen nationalen Strategie für Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener in Deutschland werden die Länder unter anderem folgende weitere Maßnahmen auf den Weg bringen:

  • In allen Ländern werden Koordinationsstellen bzw. Ansprechpartner für das Thema Alphabetisierung/Grundbildung festgelegt. Deren Aufgabe ist es, den Konzept- und Erfahrungsaustausch länderintern und länderübergreifend sicher zu stellen und die Kooperation mit den Sozialpartnern, zivilgesellschaftlichen Organisationen und dem Bund voranzubringen.
  • Länderprogramme (Bildungsgutscheine, Bildungsschecks) werden für Grundbildungsangebote geöffnet.
  • In der anstehenden Förderperiode des Europäischen Sozialfonds 2014-2020 werden für das Thema Grundbildung eigene Förderbereiche in den Ländern fortgeführt oder neu eingerichtet.

DVV-Präsidentin Süssmuth erklärte, im Zentrum der Nationalen Strategie für Grundbildung und Alphabetisierung in Deutschland müsse das Kursangebot stehen. "Benötigt wird ein deutlich ausgebautes, öffentlich verantwortetes Grundbildungsangebot für Erwachsene, das flächendeckend, wohnortnah und erschwinglich ist für alle, die sich zu einem Kursbesuch entscheiden."

Auch mit so genanntem Blended Learning im Internet seien funktionale Analphabeten hervorragend zu erreichen. Das belege das mit Förderung des Bundesbildungsministeriums entwickelte, mehrfach ausgezeichnete DVV-Lernportal www.ich-will-lernen.de in beeindruckender Weise: Dort sind inzwischen über 300.000 Menschen registriert, um kostenlos und anonym Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen. Süssmuth betonte, der Betrieb und die Pflege müssten langfristig und damit nachhaltig durch öffentliche Gelder gesichert werden.


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