"Mädchen nutzen immer noch zu wenig ihre beruflichen Möglichkeiten"

Frauen verdienen in Deutschland viel weniger als Männer. Darauf verweist Bildungs- und Frauenministerin Annegret Kramp-Karrenbauer anlässlich des Girl´s Day am Donnerstag, 23. April. Es sei nicht hinnehmbar, dass wir in Deutschland mit einem Unterschied von durchschnittlich 23 % zwischen den von Männern und Frauen erzielten Löhnen im EU-Vergleich auf den hinteren Plätzen rangieren. Mit ein Grund für dieses Missverhältnis sei, dass Mädchen sich immer noch zu wenig für Berufe entscheiden, die gutes Einkommen und gute Karrierechancen versprechen. Das seien in einer an Zukunftstechnologien orientierten Arbeitswelt nun mal sehr häufig die eher technisch ausgerichteten Berufsfelder.

22.04.2009 Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

"Die schulischen Voraussetzungen für eine gute zukunftsfähige Berufsausbildung sind dabei bei den Mädchen ganz hervorragend. Sie haben im Schnitt die besseren schulischen Abschlüsse, nutzen diese aber nicht ausreichend für ihre beruflichen Möglichkeiten", so die Bildungsministerin. "Um hier die unbedingt notwendige Bewusstseinsänderung herbeizuführen, ist der Girl´s Day ein sehr guter, weil öffentlichkeitswirksamer Ansatz." Sie freue sich, dass auch in diesem Jahr in gut 50 Veranstaltungen im Saarland fast 750 Mädchen sich über Berufe informieren, die sonst eher von Männern dominiert sind. Zwei dieser Schülerinnen werden sie selber begleiten und so den beruflichen Alltag einer Politikerin hautnah miterleben. Als Frauen- und Bildungsministerin sieht sie weitere konkrete Ansatzpunkte vor allem in Berufsorientierungsmodulen in den Schulen und in einer tatkräftigen Unterstützung der Berufswahl im Elternhaus: "Es muss für Mädchen und junge Frauen eine Selbstverständlichkeit werden, zukunftsträchtige Berufe mit einem Einkommen, das ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familien sichert, zu ergreifen, auch wenn diese Berufe traditionell männlich dominiert sind." Dafür trete sie als Frauenministerin nachdrücklich ein.

Darüber hinaus müsse das Bewusstsein der Frauen für die Problematik geschärft werden. Deshalb unterstützt die Landesregierung aktiv den "Girl´s Day" und das Programm MINT-Berufe, bei dem den Frauen typische Männer-Berufe geöffnet werden sollen (siehe auch www.bildung.saarland.de).

Eine wichtige Grundvoraussetzung für eine Entgeltgleichheit sei außerdem die Schaffung neuer, diskriminierungsfreier Regelungen bei der Bewertung von Leistungen und Tätigkeiten. "Das ist Aufgabe der Tarifpartner", sagt Kramp-Karrenbauer und fordert die Tarifvertragsparteien auf, dringend die existierenden Systeme zu überarbeiten.


Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden