Studienwahl

MINT-Fächer bleiben weiterhin eine Männer-Domäne

Baden-Württemberg: Maschinenbau/Verfahrenstechnik und Informatik sind die beliebtesten MINT-Studienbereiche.

19.04.2017 Baden-Württemberg Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
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Nach Feststellungen des Statistischen Landesamtes begannen im Wintersemester 2015/16 rund 41 500 Studierende an baden‑württembergischen Hochschulen ein Studium in einem der MINT-Fächer (1). Gegenüber dem Wintersemester 2014/15 war dies ein Anstieg um 3,2 Prozent. Die Anzahl der Studienanfängerinnen und -anfänger aller Fachrichtungen stieg dagegen im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 1,8 Prozent.

29,4 Prozent der MINT-Studierenden im 1. Fachsemester waren Frauen. Gegenüber dem Vorjahr wurde eine leichte Steigerung um 0,4 Prozentpunkte verzeichnet (Wintersemester 2014/15: 29,0 Prozent). Der Frauenanteil unter den MINT-Erstsemestern liegt damit genauso hoch wie vor einem Jahrzehnt. Seit über 10 Jahren schwankt dieser Wert zwischen 27 und 30 Prozent. Der Anteil der Studienanfängerinnen in den MINT-Fächern liegt auch weiterhin deutlich unter dem Anteil der Studienanfängerinnen aller Fachrichtungen von knapp 47 Prozent. Sowohl bei den männlichen als auch bei den weiblichen MINT-Studierenden im 1. Fachsemester waren die Studienbereiche Maschinenbau/Verfahrenstechnik und Informatik am stärksten gefragt. Auf Rang 3 und 4 landeten bei den Frauen Biologie und Mathematik, bei den Männern folgten hingegen Elektrotechnik/Informationstechnik und das Ingenieurwesen.

Unter allen 158 800 MINT-Studierenden an baden‑württembergischen Hochschulen lag der Frauenanteil im Wintersemester 2015/16 insgesamt bei knapp 29 Prozent. Der Anteil an Frauen an den gesamten MINT-Studierenden variierte deutlich je nach Studienbereich. In den Bereichen Elektrotechnik/Informationstechnik (Frauenanteil: 13 Prozent) sowie Verkehrstechnik/Nautik (Frauenanteil: 10 Prozent) waren Frauen auch im Wintersemester 2015/16 noch die Ausnahme. Im Gegensatz dazu lag ihr Anteil in den Studienbereichen Pharmazie und Biologie bei über 63 Prozent.

34 500 Absolventinnen und Absolventen haben im Prüfungsjahr (2) 2015 ihr Studium in einem MINT-Bereich abgeschlossen. Das waren knapp 11 Prozent oder 3 400 Abgänger mehr als im Prüfungsjahr 2014 (3). Der Anteil der Absolventinnen lag bei 27,2 Prozent und sank gegenüber dem Vorjahr um knapp einen Prozentpunkt. 40 Prozent der Absolventinnen und Absolventen beendeten ein Studium in den beliebtesten MINT-Studienbereichen Maschinenbau/Verfahrenstechnik oder Informatik.

 

(1) MINT ist eine Abkürzung für die Fächer aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Dieser Bereich wird in der amtlichen Statistik durch die Fächergruppen Ingenieurwissenschaften, Mathematik/Naturwissenschaften und die Studienbereiche zum Wirtschaftsingenieurwesen, die zum Teil unter die Fächergruppe der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften fallen, abgebildet.

(2) Sommersemester plus vorhergehendes Wintersemester.

(3) Die Anteil der Absolventinnen und Absolventen aller Fachrichtungen stieg vom Wintersemester 2014/15 zum Wintersemester 215/16 um 8 Prozent oder 5 400 Abgänger.


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