Schavan: "Bildung muss weltweit Priorität haben"

"Bildung für Nachhaltigkeit muss eine viel stärkere Rolle spielen als bisher, wenn es Fortschritte in Richtung einer dauerhaft lebenswerten Zukunft und einer gerechten Weltgesellschaft geben soll." Das forderte Bildungsministerin Annette Schavan am Dienstag in Bonn bei der Eröffnung der dreitätigen Halbzeitkonferenz der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung".

31.03.2009 Pressemeldung Bundesministerium für Bildung und Forschung

Über 50 Bildungsministerinnen und Bildungsminister aus aller Welt sowie weitere 800 Regierungsvertreter und Experten kommen in diesen Tagen auf Einladung der UNESCO und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zu der Konferenz in der ehemaligen Hauptstadt zusammen. Die globale Vision der UN-Weltdekade ist es, allen Menschen Bildungschancen zu eröffnen und es ihnen zu ermöglichen, sich Wissen, Werte und Verhaltensweisen anzueignen, die für eine zukunftsfähige Gesellschaft erforderlich sind. Wichtige Aspekte dabei sind der verantwortungsbewusste Umgang mit unserer Umwelt, Biodiversität, Klimawandel, Energie, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Die Teilnehmer der Konferenz beraten dabei auch, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung in regional, national und kulturell unterschiedlichen Weltregionen befördert werden kann. Ein Schwerpunkt ist der Austausch zwischen Industrie- und Schwellenländern.

Für die zweite Hälfte der UN-Dekade strebt Bildungsministerin Schavan an, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung noch sichtbarer wird. Dafür müssen der Austausch zwischen den beteiligten Staaten weiter intensiviert und auch Beispiele guter Praxis stärker öffentlich gemacht werden. Deshalb will Schavan in der zweiten Hälfte der Dekade die internationale Vernetzung von Forschung hierzu verstärken. Grundlegend sei, dass es sich um einen Austausch auf gleicher Augenhöhe handele. "Nachhaltige Entwicklung gelingt nur, wenn die Zivilgesellschaft mit gestaltet. Lokales Handeln hat globale Folgen", sagte die Ministerin. Und weiter: "Bildung ist der entscheidende Schlüssel für Wohlstand und gesellschaftliche Entwicklung. Das Milleniumsziel 'Bildung für alle' muss deshalb Priorität haben."

Um dieses Ziel zu erreichen, soll nach Auffassung von Schavan Bildung für nachhaltige Entwicklung schon bei der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften fest verankert werden. In der zweiten Hälfte der Dekade solle hierauf ein deutlicher Schwerpunkt liegen. Mit ihrer innovativen Lehrmethodik könne Bildung für nachhaltige Entwicklung einen Beitrag auch zur Steigerung von Unterrichtsqualität leisten.

Die Ministerin verwies weiterhin auf die Bedeutung des lebenslangen Lernens. Bildung für nachhaltige Entwicklung solle ein Prozess über alle Lebensphasen hinweg sein. Dazu bedürfe es einer frühen Erziehung im Kindesalter. Neben den klassischen Bildungsinstitutionen wie Kindergarten, Schule und Hochschule seien auch andere Lernorte wie der Arbeitsplatz mit einzubeziehen. Hierfür seien verstärkt die Arbeitgeber als Partner zu gewinnen.

Für die UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (2005-2014) verpflichten sich die Mitgliedstaaten, das Leitbild der zukunftsfähigen Entwicklung in Kindergärten, Schulen, beruflichen Bildungsstätten und Universitäten zu verankern. In Deutschland haben einzelne Projekte, die vor Ort Bildung für nachhaltige Entwicklung innovativ umsetzen, die Möglichkeit, sich als offizielles deutsches Projekt der UN-Dekade durch die Deutsche UNESCO-Kommission anerkennen zu lassen. Für zwei Jahre können diese Projekte das Logo der Dekade führen und sich als gutes Praxisbeispiel der Öffentlichkeit präsentieren. Dies trägt zur breiten Sichtbarkeit der Dekade in Deutschland bei. Seit ihrem Beginn vor fünf Jahren wurden bereits rund 800 Projekte ausgezeichnet.

Weitere Informationen zum Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung finden Sie auf dem Internetportal www.bne-portal.de, das das BMBF gemeinsam mit der Deutschen UNESCO-Kommission eigens für die UN-Dekade eingerichtet hat.


Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden