GEW Baden-Württemberg

Schule statt Steinbruch

Die Bildungsgewerkschaft GEW begrüßt, dass der Landtag Baden-Württemberg ein wichtiges Signal gegen Grabsteine aus Kinderhand beschlossen hat.

20.06.2012 Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

"Dies ist auch ein bundesweit wegweisendes Gesetz. Es ist gut, dass der Landtag zeigt, dass er auch über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus denkt. Kinder und Jugendliche gehören in KiTas und Schulen und brauchen eine berufliche Perspektive. Wer ihnen Bildung und Ausbildung verweigert, nimmt ihnen die Möglichkeit, den Armutskreislauf zu durchbrechen, und raubt ihnen Lebenschancen", sagte am Mittwoch (20.06.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Grüne und SPD haben damit den Kommunen ermöglicht, Grabsteine, die mit Hilfe von Kinderarbeit hergestellt werden, auf den Friedhöfen zu verbieten. Die GEW macht sich dafür stark, dass es künftig bundesweit keine Grabsteine mehr geben soll, die aus Kinderhand stammen. Die GEW-Stiftung "Fair Childhood" unterstützt ein Förderprojekt in Rajasthan, im Nordwesten Indiens. Dort haben sich Wanderarbeiter in Steinbrüchen verdingt. Sie leben dort mit ihren Familien unter menschenunwürdigen Bedingungen. Die Hauptleidtragenden sind die Kinder.

Info:

Weltweit arbeiten nach neuesten Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) 215 Millionen Kinder, davon allein 115 Millionen Kinder unter besonders gefährlichen, ausbeuterischen Arbeitsbedingungen. Hierzu zählt auch die Arbeit in Steinbrüchen. Sie schädigt die Gesundheit der Heranwachsenden durch schwerste körperliche Arbeit.

Fair childhood und XertifiX

Bereits seit mehreren Jahren macht die Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) auf diese Missstände aufmerksam. Gemeinsam mit Personen des öffentlichen Lebens hat sie den Verein XertifiX gegründet, der ein Siegel für Natursteine vergibt, die ohne Kinderarbeit hergestellt werden. Die GEW ist seit 2011 Mitglied bei XertifiX.

Gemeinsam mit ihrer Stiftung "Fair Childhood" und Xertifix setzt sich die Bildungsgewerkschaft aktiv mit einem Projekt im indischen Rajasthan dafür ein, Kinder von Wanderarbeitern aus Steinbrüchen zu befreien, und sie dabei zu unterstützen, ihr Recht auf Schulbildung durchzusetzen. Viele Grabsteine in Deutschland werden aus Ländern wie Indien geliefert. In Indien ist Kinderarbeit zwar offiziell verboten, es herrscht allgemeine Schulpflicht. Die Realität sieht jedoch für viele Kinder anders aus. Mit ihrer Kampagne "Kinderarbeitsfreie Zonen schaffen" will die GEW in diesem Jahr in Bildungseinrichtungen und der Öffentlichkeit stärker für das Thema sensibilisieren.

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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