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Schulische Inklusion: Überwiegen die Nachteile?

(red/pm) Seit Jahren gibt es gute Erfahrungen mit integrativem Unterricht (einzelne Schüler mit besonderen Beeinträchtigungen besuchen Regelklassen) - wenn auch nicht bedingungslos (je nach Förderbedarf), und keineswegs zum Nulltarif (nur bei Doppelbesetzung). Angestoßen durch die UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) werden nun zunehmend Inklusionschulen etabliert: Das gemeinsame Lernen aller Schüler, ob geistig behindert oder hochbegabt, soll zum flächendeckenden Normalfall werden.

01.12.2015 Artikel

Schon jetzt zeigen sich dabei enorme praktische wie prinzipielle Probleme:

  • vermehrte Flüchtigkeit des fachlichen Lernens durch das nun riesige Leistungsspektrum
  • Vernachlässigung der besonders beeinträchtigten wie auch leistungsstarken Schüler
  • Grenzen individueller Förderung, Konfusion bei zieldifferentem Unterricht in Großklassen
  • Inkompetenz und Überlastung von nur flüchtig "inklusionsgeschulten" Regelschullehrern
  • Stagnation der (etwa in NRW) dringend nötigen Qualitätssteigerung des Unterrichts

Es ist zu befürchten, dass der Trend zur Inklusionsschule die Leistungs- und Sozialentwicklung vieler Kinder gefährdet, dass es weithin zu wohlwollende Vernachlässigung kommt. Das wäre nicht zuletzt auch gesamtgesellschaftlich inakzeptabel. Dabei erfüllt Deutschland die BRK bereits: Unsere Förderschulen gelten laut Konvention gerade nicht als Diskriminierung.

Stärkere Integration oder radikale Inklusion - diese Frage braucht mehr öffentliche Debatte, ohne Blockade durch Maulkörbe oder Denktabus. Die Bildungsschancen unserer Kinder und Jugendlichen dürfen sich nicht verschlechtern - nur weil Finanzminister die Förderschulen einsparen wollen, oder weil Schulideologen noch immer von der Einheitsschule träumen.

Deshalb bietet eine neue Website ab sofort Forschungsbefunden und Praxiserfahrungen ein Forum, die in der Inklusionsdebatte bislang unterrepräsentiert sind.

Exklusive Eröffnungsbeiträge:

  • Prof. Bernd Ahrbeck: Inklusion darf zu keiner Paradiesmetapher werden
  • Prof. em. Rainer Dollase: Soziale Ablehnung statt institutioneller Separierung?
  • Prof. em. Hermann Giesecke: Inklusion als politisch-weltanschauliche Bewegung
  • Prof. Konrad Paul Liessmann: Die inklusive Gesellschaft

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