Stiftung Moritzburg eröffnet neues Museum

Im Rahmen eines Festaktes wird heute der Erweiterungsbau des Landeskunstmuseums Moritzburg in Halle eröffnet. "Mit dem Ausbau der sogenannten Westruine der Moritzburg hat sich ein hundertjähriger Traum erfüllt", erklärte Kultusminister Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz, Vorsitzender des Stiftungsrates der Moritzburg.

10.12.2008 Sachsen-Anhalt Pressemeldung Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt

2003 war mit Hilfe der damaligen Beauftragten für Kultur und Medien beim Bund, Dr. Christina Weiss, ein internationaler Architektenwettbewerb zur Erweiterung des Museums ausgeschrieben worden. Dabei ging es auch um neue Ausstellungsflächen für die dauerhafte Präsentation der renommierten "Brücke"-Sammlung des Würzburger Kunstsammlers Hermann Gerlinger. Mit dieser Sammlung kann die Moritzburg an ihr Sammlungsprofil zum Expressionismus anknüpfen, für das der Museumsdirektor Max Sauerlandt 1913 den Grundstock gelegt hatte, das jedoch durch die Nazi-Aktion "Entartete Kunst" 1937 einschneidend dezimiert wurde.

Aus dem Wettbewerb ging das spanische Architekturbüro Nieto und Sobejano als Sieger hervor. Ihr Entwurf fügt sich respektvoll und behutsam in die überlieferte Baustruktur ein, setzt aber auch ein selbstbewusstes Zeichen der Zeit. "Die Symbiose von ästhetischer Klarheit, Eleganz und Funktionalität des ´Einbaus´ ist ein außerordentlich gelungenes Beispiel zeitgenössischer Architektur", so Kultusminister Olbertz. Er wies u.a. auf die Lyonel Feiningers Malstil nachempfundene Prismenstruktur der Dachlandschaft hin, die einen zeithistorischen Bezugspunkt der Kunst am Ort markiere. Die Halle-Bilder Lyonel Feiningers werden künftig auf einer Empore mit Panoramafenster gezeigt. Von dort sind jene Motive der halleschen Stadtlandschaft um den Roten Turm herum zu sehen, die Feininger einst festgehalten hat.

Olbertz bedankte sich bei den zahlreichen Unterstützern und Förderern des ehrgeizigen und anspruchsvollen Projekts. Durch die Europäische Union, durch Bund und Land, aber auch mit Hilfe privater Stiftungen seien insgesamt rund 18 Mio. Euro für das Vorhaben aufgebracht worden. Auch das Landesdenkmalamt und der Landesbaubetrieb hätten dem Neubau am Ende über alle Hürden hinweggeholfen, die im Bauverlauf zutage traten.

"Mit dem Erweiterungsbau in der mittelalterlichen Burganlage wird die Moritzburg künftig nicht nur für Kunstfreunde, sondern auch für Architekturliebhaber aus aller Welt ein reizvolles Besuchsziel sein", so der Minister. "Auch das Land ist durch den Neubau um einen touristischen Anziehungspunkt reicher geworden, ganz zu schweigen von den erwarteten Wirkungen im Hinblick auf die Reputation Halles als Kulturstadt und die kulturelle Bildung der sicher zahlreichen Besucherinnen und Besucher", fügte Olbertz hinzu.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden