Synagogengedenkbuch Baden-Württemberg in der Badischen Landesbibliothek vorgestellt

"Hier ist nichts anderes als Gottes Haus", lautet der Titel eines Buches über das jüdische Leben in Baden-Württemberg, das am 8. Februar in der Badischen Landesbibliothek vorgestellt wurde. Wissenschaftsminister Prof. Dr. Frankenberg bezeichnete das Werk in seinem Grußwort als "Dokumentation eines Verlustes, der uns heute mit Scham und Trauer erfüllt."

08.02.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

An dem breit angelegten Werk über die jüdischen Bauten und Gemeinden arbeiteten die Autoren Dr. Joachim Hahn und Prof. Dr. Jürgen Krüger eng mit dem "Synagogues Memorial Jerusalem" zusammen, das bereits für andere Bundesländer Synagogengedenkbücher erstellt hat. Frankenberg dankte besonders dem Herausgeber Prof. Dr. Meier Schwarz aus Jerusalem und seinen Mitarbeiterinnen für die Begleitung des Projektes.

Das repräsentative Werk über die Synagogen in Baden-Württemberg enthält eine wissenschaftliche Darstellung des jüdischen Gemeindelebens. "Mit der Zerstörung zahlreicher Synagogen in der Pogromnacht am 9. November 1938 riss eine jahrhundertealte Tradition jüdischen Lebens ab, dadurch ging auch ein wertvolles architektonisches und städtebauliches Erbe unwiederbringlich verloren", sagte Frankenberg. Das Synagogengedenkbuch lasse die ehemals zahlreichen Synagogen im Land virtuell wiedererstehen.

"Es ist gut, dass in den knapp 62 Jahren seit dem Ende des Nationalsozialismus auch Versöhnung möglich war und ist". Der Wissenschaftsminister erinnerte an den Holocaust-Gedenktag am 27. Januar, der in Baden-Württemberg mit einer Vielzahl von Veranstaltungen, Ausstellungen, Konzerte und Lesungen begangen werde. "Mit der Errichtung neuer Synagogen in Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim und Freiburg kehren die israelitischen Religionsgemeinschaften sichtbar ins öffentliche Bewusstsein zurück", sagte Frankenberg.

Die Landesstiftung Baden-Württemberg beteiligte sich mit 50.000 Euro an der Finanzierung des Synagogengedenkbuches. Auch die Stiftung der Landesbank hat sich bereit erklärt, einen erheblichen Beitrag zu leisten. "Das Land sieht weiterhin eine wichtige Aufgabe darin, durch Bildungsarbeit dazu beizutragen, dass es nicht wieder einen Nährboden gibt für Gesinnungen, die Minderheiten ausgrenzen und bekämpfen oder sogar vernichten wollen", sagte Frankenberg.


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