didacta-Themendienst

Teilhabe in Kita, Schule und Beruf

Inklusion soll gleiche Chancen auf Bildung für alle sichern. In einer vielfältigen Gesellschaft betrifft das nicht nur Menschen mit oder ohne Behinderung: Auch unterschiedliche ökonomische oder kulturelle Voraussetzungen sind pädagogisch bedeutsam. Von Johanna Böttges

10.12.2015 Bundesweit Artikel Johanna Böttges
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Von der frühkindlichen bis zur beruflichen Bildung berührt Inklusion alle Bildungsbereiche. Zwar ist das gemeinsame Leben und Lernen in den meisten Kitas Normalität, doch die demografische Entwicklung stellt Erzieherinnen und Erzieher vor neue Herausforderungen: Immer mehr Kinder bringen unterschiedliche Sprachen, Religionen und Kulturen mit, auch Einkommen und Bildungsgrad der Eltern können stark voneinander abweichen.

Teilhabe ist Menschenrecht

Seit der UN-Behindertenrechtskonvention ist Inklusion vor allem in Bezug auf Kinder mit besonderem Förderbedarf in den Fokus gerückt. Mit seiner Unterschrift hat sich Deutschland verpflichtet, ein inklusives Bildungssystem bereitzustellen. Die Konvention hat gleichzeitig eine breite Diskussion ausgelöst, weil sie nicht eindeutig vorgibt, wie Inklusion in der Schule umgesetzt werden soll. Im stark differenzierten deutschen Schulsystem fordert Inklusion besonders die weiterführenden Schulen heraus: Welche Rolle werden künftig die Förderschulen spielen? Wie gelingt Inklusion auch am leistungsorientierten Gymnasium? Einen einheitlichen Weg gibt es im deutschen Föderalsystem nicht, aber es zeichnen sich Tendenzen ab: Alle Schülerinnen und Schüler sollen die Möglichkeit haben, gemeinsam unterrichtet zu werden, so das Ziel der Kultusministerkonferenz der Länder. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig die Abschaffung des in Deutschland fest etablierten Förderschulwesens. Die Förderschulen bilden – so die Befürworter – wichtige Schutzräume für förderbedürftige Kinder.

Was Inklusion für sie bedeutet, formulierten Eltern aus Nordrhein-Westfalen in einer gemeinsamen Erklärung im Dezember 2015: "Inklusive Schulen teilen ihre Schüler nicht in ´Schubladen` auf. Stattdessen gestalten Lehrer und Sonderpädagogen einen gemeinsamen Unterricht, der allen Schülern gerecht wird." Kritikern zufolge fehlen sonderpädagogisch gebildete Lehrkräfte, individuelle Lehrpläne und technische Hilfsmittel. Die Qualität des inklusiven Unterrichts an Regelschulen halten sie für nicht ausreichend.

Der Anteil der inklusiv beschulten Kinder mit Förderbedarf in Deutschland ist in den letzten Jahren auf fast ein Drittel gestiegen. Der Schüleranteil an Förderschulen geht jedoch kaum zurück, wie die Bertelsmann Stiftung feststellt. Die Anzahl der förderbedürftigen Schülerinnen und Schüler hat sich also – zumindest auf dem Papier – stetig erhöht.

Herausforderung für die Berufliche Bildung

Inklusion betrifft auch die Bereiche Ausbildung, Studium und Beruf. Laut Inklusionsbarometer der Aktion Mensch ist die Arbeitslosenquote bei Menschen mit Behinderung mit rund 14 Prozent mehr als doppelt so hoch wie die allgemeine Arbeitslosenquote. Und: Zu wenige von ihnen können ihren Wunschberuf auf dem ersten Arbeitsmarkt ergreifen. Auch Jugendlichen mit Migrationshintergrund gelingt der direkte Übergang in eine duale Ausbildung seltener als ihren Altersgenossen ohne Migrationshintergrund, wie eine Befragung der Bertelsmann Stiftung ergab. Das Bewusstsein für eine bessere Teilhabe im Beruf wächst und Lehrkräfte und Ausbildungsbetriebe suchen nach Möglichkeiten, sich den Bedürfnissen einer vielfältigen Gesellschaft besser anzupassen.

Info: Schon 2007 kritisierte der UN-Bildungsbeauftragte Vernor Muñoz, dass das deutsche Bildungssystem stark nach Einkommen und Herkunft sortiert. Laut der IGLU-Studie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung besuchen deutlich mehr Kinder der oberen Schichten das Gymnasium als Kinder aus Arbeiterfamilien. Auch der Chancenspiegel der Bertelsmann Stiftung belegt: Bildungschancen sind stark von der sozialen Herkunft abhängig.

Über die Umsetzung inklusiver Bildung diskutieren Experten und Besucher auf der didacta-Bildungsmesse 2016 in Köln:

Frühe Bildung
Fachtag Mehrsprachigkeit
Mehr Mehrsprachigkeit – in Krippen, Kitas und Schulen
18. Februar 2016
Weitere Informationen und Anmeldung unter: www.fmks.eu
09:00–15:45 Uhr
Congress-Centrum Ost, Offenbachsaal
Veranstalter: Frühe Mehrsprachigkeit an Kitas und Schulen, Bundesverband Leseförderung, Universität zu Köln

Index für Inklusion (Spiel, Lernen & Partizipation in der inklusiven Kita entwickeln)
18. Februar 2016
11:00 - 11:45 Uhr
Congress Centrum Nord, Konferenzraum J
Veranstalter: Campus e.V.

Sonderschau
Wege zur Inklusion
16. - 20. Februar 2016
jeweils 9:00 – 18:00 Uhr
Halle 8, Stand
Veranstalter: Ausschuss Frühe Bildung im Didacta Verband der Bildungswirtschaft

Schule / Hochschule
Forum Bildung
Inklusion: Der europäische Blick
19. Februar 2016
Weitere Informationen unter www.bildungsmedien.de/didacta
10:30 - 11:45 Uhr
Forum Bildung: Halle 6, E 50/F 51
Veranstalter: Verband Bildungsmedien e.V.

Forum Berufliche Bildung
Offene Werkstatt für Inklusionsschulen
19. Februar 2016
10:30 - 11:15 Uhr
Forum Berufliche Bildung: Halle 9, A 36/B 39
Veranstalter: Didacta Verband der Bildungswirtschaft / Verband Bildungsmedien e.V.

Forum Unterrichtspraxis
Das Plus-Netzwerk der Gesamtschule Oelde
19. Februar 2016
14:00 - 15:00 Uhr
Forum Unterrichtspraxis: Halle 7, B 50/C 51
Veranstalter: Verband Bildungsmedien e. V.

Forum Unterrichtspraxis
Multiprofessionelle Kooperation in der inklusiven Schule
18. Februar 2016
Weitere Informationen und Anmeldung unter: www.bildungsmedien.de
13:00 - 14:00 Uhr
Forum Unterrichtspraxis: Halle 7, B 50/C 51
Veranstalter: Verband Bildungsmedien e.V.

Forum didacta aktuell
Hochschultag: Der lange Weg zum gemeinsamen Lernen – Inklusion in Schule und Hochschule
18. Februar 2016
11.00 – 12.30 Uhr
Forum didacta aktuell, Halle 6, C61
Veranstalter: Didacta Verband der Bildungswirtschaft

Forum Bildung
Neue Fachlehrer/-innen: schlecht in Mathe, gut in Inklusion?
16. Februar 2016
Weitere Informationen unter www.bildungsmedien.de/didacta
15:30 - 16:45 Uhr
Forum Bildung: Halle 6, E 50/F 51
Veranstalter: Verband Bildungsmedien e.V.

Forum Bildung
Inklusion in der Praxis: Armutszeugnis für die Politik?
18. Februar 2016
Weitere Informationen unter www.bildungsmedien.de/didacta
10:15 - 11:30 Uhr
Forum Bildung: Halle 6, E 50/F 51
Veranstalter: Verband Bildungsmedien e.V.

Sonderschau
Keine Angst vor Inklusion: "Hilfsmittel zum Anfassen" und mutmachende "Best-Practice-Beispiele"
16. - 20. Februar 2016 Weitere Informationen unter: www.rehakind.de
jeweils 9:00 – 18:00 Uhr
Sonderschau: Halle 7, Stand B 68/ C 69
Veranstalter: Internationale Fördergemeinschaft rehaKIND e.V.

Berufliche Bildung / Qualifizierung
Forum Berufliche Bildung
Interview: Abilympics: Spitzenreiter mit "Behinderung"
16. Februar 2016
11:30 - 12:00 Uhr
Forum Berufliche Bildung: Halle 9, A 36/B 39
Veranstalter: Didacta Verband der Bildungswirtschaft / Verband Bildungsmedien e.V.

Forum Berufliche Bildung
Bericht aus der Praxis: Inklusion in der beruflichen Bildung
17. Februar 2016
10:30 - 11:15 Uhr
Forum Berufliche Bildung: Halle 9, A 36/B 39
Veranstalter: Didacta Verband der Bildungswirtschaft / Verband Bildungsmedien e.V.

Forum Berufliche Bildung
Teilhabe im Beruf: Inklusion in der Beruflichen Bildung
18. Februar 2016
12:15 - 13:15 Uhr
Forum Berufliche Bildung: Halle 9, A 36/B 39
Veranstalter: Didacta Verband der Bildungswirtschaft / Verband Bildungsmedien e.V.


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