Integration

Volkshochschulen: Bildung für nachhaltige Integration

Die Integrationsarbeit der Volkshochschulen im Jahr 2017 dokumentiert zusammenfassend der aktuelle Integrationsbericht des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg. Er beschränkt sich nicht auf Deutschkurse, sondern erfasst auch die weiteren durchgeführten Bildungsmaßnahmen für eine nachhaltige Integration.

08.10.2018 Baden-Württemberg Pressemeldung Volkshochschulverband Baden-Württemberg e.V.
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Der Direktor des Volkshochschulverbandes Dr. Hermann Huba betont: "Nur die Volkshochschulen können die Menschen bei der Integration in dieser vielseitigen Weise dauerhaft unterstützen, und zwar sowohl die zu uns Kommenden als auch die Aufnehmenden."

Sprache ist der Schlüssel zur Integration

Gute Deutschkenntnisse sind die Voraussetzung für eine umfassende gesellschaftliche und berufliche Integration. Wie umfangreich das Deutschkursangebot der Volkshochschulen ist, machen die Zahlen deutlich: Im vergangenen Jahr haben rund 19.000 Personen in 1.200 vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geförderten Integrationskursen an Volkshochschulen in Baden-Württemberg Deutsch gelernt. Seit 2016 können Migrantinnen und Migranten zudem an vom Bund geförderten berufsorientierenden Deutschkursen nach der Deutschsprachförderverordnung (sog. DeuFöV-Kurse) teilnehmen. Weitere 3.700 Teilnehmende belegten einen DeuFöV-Kurs an einer Volkshochschule. "Die Volkshochschulen sind der Überzeugung, dass alle zu uns Kommenden unabhängig von ihrer Bleibeperspektive die Chance erhalten müssen, Deutsch zu lernen - und zwar von Anfang an.", sagt Martina Haas, Fachreferentin für Sprachen und Integration beim Volkshochschulverband. Diese Möglichkeit haben zusätzlich rund 9.500 Personen durch ihre Teilnahme an Deutschkursen wahrgenommen, die vornehmlich über Förderprogramme des Landes Baden-Württemberg finanziert werden. 

Nachhaltige Integration ist eine zweiseitige Bildungsaufgabe

"Gut ankommen - gut aufnehmen" ist eine Initiative des Volkshochschulverbandes, in der es darum geht, ein Programmangebot zu entwickeln, das die "Integrationskompetenzen" der Ankommenden wie auch die der Aufnehmenden stärkt. Diese zweiseitige Bildungsaufgabe erfüllen die Volkshochschulen durch eine Vielzahl an Angeboten, von denen zwei besonders hervorgehoben werden sollen:

Auf Seiten der aufnehmenden Gesellschaft bedarf es der interkulturellen Bildung. "Wir alle müssen es uns ermöglichen, die Kompetenzen und den Reichtum fremder Kulturen kennen und schätzen zu lernen. Und wir müssen so dazu beitragen, dass sich Toleranz und Anerkennung von Andersartigkeit entwickeln können.", so Huba. Volkshochschulen führen regelmäßig interkulturelle Trainings nach dem Lehrgangssystem Xpert Culture Communication Skills® durch. Insgesamt 70 interkulturelle Trainings speziell für Mitarbeitende kommunaler Einrichtungen werden im Rahmen eines Projekts des vhs-Verbands aus Mitteln des Ministeriums für Soziales und Integration gefördert. 

Einblicke in die freiheitliche demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland erhalten Flüchtlinge in den Kursen "Richtig. Ankommen. Rechtsstaatsunterricht für Flüchtlinge." Das Programm, eine Kooperation des Ministeriums der Justiz und für Europa mit dem Volkshochschulverband, ermöglicht Flüchtlingen kostenlosen Rechtsstaatsunterricht in ihrer Herkunftssprache. Durch ihren unmittelbaren persönlichen Kontakt mit Richterinnen und Richtern sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälten fassen sie Vertrauen in die Unabhängigkeit der Justiz und den deutschen Rechtsstaat insgesamt. Im Jahr 2017 erreichten die Volkshochschulen mit diesem Programm in über 90 Kursen über 500 Geflüchtete.

Der aktuelle Integrationsbericht 2017 des Volkshochschulverbandes ist online verfügbar und kann beim Volkshochschulverband bestellt werden.


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