Warum zu viel Komfort Kindern schadet

Wie haben Kinder eigentlich früher überlebt, als die Eltern noch keine Zeit hatten, sich so viele Sorgen um sie zu machen? Und tun heutige Eltern ihren Kindern mit dem weit verbreiteten Rundumservice einen Gefallen?

29.05.2018 Bundesweit Pressemeldung hep verlag ag
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Im Gegenteil, findet der bekannte Schweizer Pädagoge und Schulleiter Andreas Müller. «Schonen schadet», warnt er in seinem neuen Buch und zeigt, welche Herausforderungen wir unseren Kindern zumuten sollten.

Behaglicher, einfacher und bequemer als heute sind Kinder vermutlich nie aufgewachsen. Wo früher ein langer Schulweg zu Fuss zurückzulegen war, wird der Nachwuchs heute mit dem Auto vors Schulhaus chauffiert. Bei schlechten Noten zweifeln Eltern zunächst einmal an den Lehrkräften, wenn nötig helfen sie mit Nachhilfestunden und Förderkursen nach. Und die Langeweile ist längst abgeschafft, dafür sorgen nicht nur Sport- und Freizeitangebote, sondern auch Tablet und Smartphone, die schon Achtjährigen Unterhaltung rund um die Uhr bieten.

Andreas Müller:
Schonen schadet

hep verlag, 144 Seiten, ISBN 978-3-0355-1088-1, EUR 19,00

Auch als E-Book: ISBN 978-3-0355-1089-8

Ab sofort erhältlich

Doch ist diese Behaglichkeit ein Segen? Hilft es den Kindern, dass sie von Helikoptereltern pausenlos umsorgt werden und in einem Kokon des Wohlbefindens heranwachsen? Andreas Müller, einflussreicher Pädagoge und Leiter des Instituts Beatenberg im Berner Oberland, schlägt in seinem Buch «Schonen schadet» Alarm und warnt Eltern davor, ihren Kindern weiterhin den roten Teppich auszurollen und sie dadurch zu «verziehen». Wer zu lange von der Härte der realen Welt ferngehalten werde, tue sich später schwer damit, im Leben zu bestehen, argumentiert Müller und zeichnet ein entlarvendes Psychogramm der Generation Schneeflocke, die berühmt werden will, ohne sich anzustrengen und etwas zu leisten.

Müller zeigt auf, wie der Mensch erst am Widerstand wächst, sich gerade außerhalb der Komfortzone entwickelt. Daraus leitet sich seine Forderung an Eltern und Erziehende ab, Kindern wieder mehr zuzumuten und sie auch dann nicht permanent zu überwachen, wenn Zeitbudget und Smartphone das problemlos erlauben. Vielmehr ruft er Erziehende dazu auf, den Kindern zu helfen, gute Gewohnheiten aufzubauen – und sich wenn nötig damit auch einmal unbeliebt zu machen. Denn nicht die rasche Bedürfnisbefriedigung stachelt zum Kämpfen und Lernen an, sondern die Frustration, einer Aufgabe noch nicht gewachsen zu sein, eine Niederlage eingesteckt zu haben. Erst wenn Kinder begreifen, dass das Leben ihnen nichts schuldig ist, entwickeln sie Frustrationstoleranz und lernen, trotz Rückschlägen nicht aufzugeben und ihre Chance zu packen.

Als Schulleiter weiß der Autor exakt, wovon er spricht. Die Mischung aus Reflexion und Praxisbezug hebt dieses Buch deutlich von klassischen Erziehungsratgebern ab.

Andreas Müller hat nach einigen Jahren der Lehrtätigkeit an einer Handelsschule und einem Studiengang in angewandter Psychologie (Berufsberatung) eine journalistische Laufbahn eingeschlagen. Dann zog es ihn wieder zurück in den Bildungsbereich. Er erwarb das Institut Beatenberg und baute es zusammen mit seinem Team zu einer der innovativsten Modellschulen auf. Andreas Müller plädiert für eine «Freude am Lernen, die ein Leben lang anhält». Und das gilt auch für ihn. Die Erkenntnisse seiner intensiven praktischen und theoretischen Auseinandersetzung mit den relevanten Fragen des Lernens in einer sich rasant verändernden Gesellschaft finden sich in mehreren Fachbüchern und einer großen Anzahl von weiteren Publikationen. Zudem ist Andreas Müller Leiter der Learning Factory, einer Organisation zur Unterstützung von Kompetenz- und Qualitätsentwicklungsprozessen in Bildungsinstitutionen.

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Ansprechpartner

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E-Mail: fabienne.pfefferli@hep-verlag.ch
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E-Mail: mue@institutbeatenberg.ch


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