Anne-Frank-Wanderausstellung

Kultusstaatssekretär Freller eröffnet Anne-Frank-Wanderausstellung in München - "Ausstellung ermöglicht Jugendlichen Begegnung mit Geschichte auf Augenhöhe und macht Erziehung im Geiste des 'Nie wieder!' möglich"

26.01.2005 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

"Anne Frank hat den Millionen von Opfern der NS-Diktatur ein Gesicht gegeben, ihr Tagebuch verlieh ihnen eine Stimme. Die Anne-Frank-Ausstellung bettet ihr 'kleines' Leben nun in die 'große' Geschichte ein. Sie macht deutlich, welche furchtbaren Auswirkungen die unmenschliche Politik der Nationalsozialisten auf das Leben von Menschen hatte", sagte Kultusstaatssekretär Freller anlässlich der Deutschland-Premiere der neuen Multimedia-Wanderausstellung 'Anne Frank. Ein Mädchen aus Deutschland' heute in München.

Insbesondere für junge Besucherinnen und Besucher sei die Ausstellung von besonderem Wert. "Jugendliche kennen die nationalsozialistische Schreckensherrschaft in erster Linie aus dem Unterricht und aus Büchern. Die Anne-Frank-Ausstellung ermöglicht ihnen eine Begegnung mit Geschichte 'auf Augenhöhe'. Aus historischen Fakten macht sie eine persönliche Lebens- und Leidensgeschichte", sagte Freller. Gerade in einer Zeit, in der rechte Extremisten mit populistischen und geschichtslosen Kampagnen neue Anhänger zu gewinnen versuchten, sei es wichtig, historische und politische Aufklärung zu betreiben. "Die Anne-Frank-Ausstellung führt Schülerinnen und Schülern die Unverzichtbarkeit von Menschenrechten, Toleranz und demokratischem Staat vor Augen. Sie trägt dazu bei, dass auch die nächste Generation im Geiste des 'Nie wieder!' aufwächst", sagte Freller.

Der Staatssekretär wandte sich in scharfer Form auch gegen das ungeheure Gebaren der NPD im sächsischen Landtag letzte Woche. "Mit ihrem skandalösen Auftritt haben die Abgeordneten der NPD auch das Andenken Anne Franks mit Füßen getreten", sagte Freller. Der Vorfall ermahne alle Demokraten, auch in Zukunft wachsam zu sein und die deutsche Vergangenheit nicht als "Geschichte", sondern als Auftrag zu begreifen.

Freller kündigte an, dass die Aufklärung über den politischen Extremismus an Bayerns Schulen in Zukunft noch einmal verstärkt werde. Beispielsweise erhielten die Schulen schon in den nächsten Wochen einen neuen Leitfaden zum Thema 'Politischer Radikalismus bei Jugendlichen - Möglichkeiten der Prävention an den Schulen und Erziehung zur Toleranz'. "Unser Anliegen ist es, Schülerinnen und Schüler zu starken Persönlichkeiten und überzeugten Demokraten zu erziehen und sie rechtzeitig vor der Beeinflussung durch extremistische Gruppen und Parteien zu schützen", sagte der Staatssekretär.

Die Wanderausstellung wurde vom Anne-Frank-Zentrum Berlin in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit konzipiert. In ihrem Zentrum steht das Tagebuch der Anne Frank. Über die Beschäftigung mit der Originalquelle sollen Schülerinnen und Schüler Persönlichkeit und Erfahrungen von Anne Frank kennen lernen. Die Ausstellung richtet sich vor allem an Schulklassen und Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren. Eine Besonderheit des Ausstellungskonzepts liegt auch darin, dass ältere, eigens ausgebildete Jugendliche aus Schulen und Universitäten die Besucher als Rundgangsleiter begleiten und ihnen auf diese Weise eine intensive, altersgemäße Auseinandersetzung mit dem Holocaust ermöglichen. Der Einsatz verschiedenster Medien wie Computer-Terminals, Hörstationen und Videosequenzen macht die Ausstellung besonders anschaulich.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.annefrank.de.


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