Ein Gobelin spannt die Brücke zwischen mittelfränkischem Schwabach und Frankreich

Ein Gobelin im Format 2,95 mal 4,65 Meter aus der Zeit um 1750 "lockte" Kultusstaatssekretär Karl Freller in die Ausstellung "Bayern und Frankreich", die noch bis zum 17. April im Bayerischen Hauptstaatsarchiv München gezeigt wird. Grund: das "Prachtstück", das die Allegorie des Sommers zeigt und zu einer Folge der "Vier Jahreszeiten" gehört, stammt aus der mittelfränkischen Heimat des Kultuspolitikers und war auf dessen Bitte als Leihgabe an das Bayerische Hauptstaatsarchiv gegeben worden.

29.03.2006 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Um 1745 hat der Teppichwirker Michel de Claravaux aus Paris in der mittelfränkischen Stadt den Teppich aus Wolle und Seide gewirkt. Die Familie des Hugenotten Michel de Claravaux hatte ihre französische Heimat verlassen müssen, nachdem das Toleranzedikt von Nantes 1685 aufgehoben worden war, und war in die Markgrafschaft Brandenburg-Bayreuth gezogen. Dort hatte Michel de Claravaux 1686 eine Teppichmanufaktur gegründet, die aufgrund ihrer Qualität Manufakturen in Berlin, Dresden, Stuttgart und Wien fungierte, aber um 1750 aufgrund der Zahlungsunfähigkeit mancher Kunden Pleite ging.
Der Gobelin wird nach Ende der Ausstellung in München als Exponat bei einer Präsentation bis Mitte August in Paris gezeigt werden.

Für Staatssekretär Freller ist der Gobelin aus seiner Heimatstadt Grund genug, dass gerade die Schwabacher die Ausstellung zu den 1000-jährigen Beziehungen zwischen Bayern und Frankreich im Hauptstaatsarchiv in München (Ludwigstraße) ansehen sollten. Die Partnerschaft zwischen Schwabach und Les Sables dÓlonne in der Vendée gehört mittlerweile zu den traditionsreichen Beziehungen zwischen einer deutschen und einer französischen Stadt.


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