Ich rede mit meinem PC

(Eigenbericht) Wer am PC mit zwei Fingern und dem Adlersuchsystem über der Tastatur kreist, der wünscht sich sicherlich manchmal einen Privatsekretär. Einen, der Briefe tippt, Referate in den PC hackt, die Beiträge für die Vereinszeitung fehlerfrei und schnell in eine Worddatei packt oder auch nur eine E-Mail schreibt. Genau diese Aufgabe sollen Spracherkennungsprogramme erfüllen. Sie sind nämlich mittlerweile ihren Kinderschuhen entwachsen und werden von einigen Berufsgruppen – wie Ärzten oder Anwälten bereits gern genutzt. Aber auch Privatanwender können sich diesen Luxus mittlerweile leisten.

15.04.2004 Artikel

Hurra! Mein PC hat mich verstanden! Mehr noch, er hat mein Diktat halbwegs fehlerfrei getippt und liest es mir jetzt auf Wunsch auch noch vor. Beinahe ein kleines Wunder. Vor gut zehn Jahren nämlich, als auf der CeBIT die erste Spracherkennungssoftware vorgestellt wurde, musste das System in einem komplett abgeschirmten Raum vorgeführt werden, bei dem alle Nebengeräusche ausgefiltert wurden. Damals kostete die Software noch rund 10 000 Mark. Nicht gerade ein Schnäppchen.

Der PC lernt

Doch mittlerweile sind Spracherkennungsprogramme nicht nur deutlich billiger sondern auch besser. Texte werden weitgehend fehlerfrei übertragen, Nebengeräusche stören die Software nicht mehr und je länger man mit dem Programm arbeitet umso besser wird das Ergebnis. Die Anschaffungskosten für hochwertige Spracherkennungsprogramme liegen zwischen 100 und 200 Euro. Das macht sie auch für den privaten Nutzer interessant. Doch damit der PC das, was ihm diktiert wird, halbwegs fehlerfrei tippt, ist ein bisschen Training nötig. Dabei sind die Rollen klar verteilt: der PC-Nutzer ist der Lehrer und der Computer bzw. das Spracherkennungsprogramm der Schüler. Der nämlich muss sich an die Stimme seines Herren oder seiner Meisterin gewöhnen. Eine entsprechende Basislektion dauert etwa 20 Minuten. In dieser Zeit wird dem PC ein Probetext diktiert. Außerdem durchsucht das Programm auf Wunsch alle bereits auf dem Computer vorhandenen Dateien, um sich an Wortwahl und Stil des Nutzers zu gewöhnen.

Zurücklehnen und diktieren

Und schließlich kann man mit der Software nicht bloß diktieren, sondern auch den kompletten PC steuern. Durchgesetzt haben sich zwei Spracherkennungssysteme: das von IBM und das von Dragon. Mit beiden kann man in die verschiedenen Windowsanwendungen wie Word, Excel oder Outlook diktieren und den PC steuern. Eine praktische Hilfe für alle, die keine Probleme haben, mit ihrem PC zu sprechen.

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Weiterführende Links:

warentest.pdf (www.linguatec.de)


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