Kultusminister Schneider anlässlich des 60. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau:

Kultusminister Siegfried Schneider hat anlässlich des 60. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau dazu aufgerufen, das Gedenken an die ehemaligen KZ-Häftlinge und ihr unbegreifliches Leiden zu bewahren und der historischen Verantwortung gerecht zu werden. "Die Häftlinge haben uns ein Vermächtnis hinterlassen, das in zwei Worte zu fassen ist: 'Nie wieder!'", sagte der Kultusminister bei einem Empfang der Bayerischen Staatsregierung heute in München.

02.05.2005 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Mit dem steten Gedenken und Erinnern an die Opfer und ihr Leid sei der Auftrag zum Einsatz für den demokratischen Rechtsstaat, für Frieden, Freiheit, Toleranz und Völkerverständigung verbunden. "Die Planung des Anschlags auf die Grundsteinlegung des neuen jüdischen Gemeindezentrums in München, die Erfolge der Rechtsextremisten bei den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg sowie die Geschehnisse im Sächsischen Landtag, als die NPD-Vertreter den Opfern des Nationalsozialismus das Gedenken verweigerten, zeigen deutlich: Auch heute müssen wir wachsam sein!", sagte Schneider.

Das Bekenntnis zu einem 'Nie wieder!' müsse insbesondere an die junge Generation weitergegeben werden. Es gebe hier eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. "Wir müssen in unseren Kindern und Jugendlichen ein stabiles Fundament anlegen, das sich auf die Werte der Religion, des Humanismus und der Aufklärung gründet. Diese Werte sind auch die Grundlagen unserer freiheitlich-demokratischen Ordnung. Es gilt ein oberstes Gebot: Die Würde des Menschen ist unantastbar", sagte der Minister.

Schneider erinnerte in seiner Rede daran, dass die unermesslichen Schrecken der Konzentrationslager zum Kriegsende hin noch einmal zu einem neuen Höhepunkt gelangt seien. Noch in den ersten Monaten des Jahres 1945 war das KZ-System auch in Bayern weiter ausgebaut worden und es entstanden neue Außenlager. In den letzten Monaten vor der Befreiung gab es in Dachau fast genauso viele Todesopfer, wie sie das Lager in den 11 Jahren zuvor gefordert hatte. Bei den berüchtigten Todesmärschen kamen nach vorsichtigen Schätzungen mindestens 1000 Menschen zu Tode.

Der Kultusminister machte deutlich, dass sich die Bayerische Staatsregierung dem Vermächtnis der Häftlinge zutiefst verpflichtet fühle. Dementsprechend werde der Gedenkstättenarbeit eine große Bedeutung zuerkannt. Die Gedenkstätten in Bayern würden nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und nach aktuellen pädagogisch-didaktischen Erfordernissen gestaltet. Ungeachtet der schwierigen Lage der öffentlichen Haushalte würden die Mittel für die Gedenkstättenarbeit im Doppelhaushalt 2005/06 vollkommen von der Haushaltssperre ausgenommen.


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