Regierung sieht keine Unterversorgung mit Kinderpsychotherapeuten

Berlin: (hib/MPI) - Die Bundesregierung hält die Gesundheitsversorgung für psychisch kranke Kinder und Jugendliche für ausreichend. In ihrer Antwort (16/1051) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (16/899) teilt sie mit, ihr lägen "keine Erkenntnisse über generelle Versorgungsprobleme" vor.

29.03.2006 Pressemeldung Deutscher Bundestag

Es seien jedoch Äußerungen verschiedener Berufsverbände und der Bundespsychotherapeutenkammer über Engpässe beispielsweise in ländlichen Gebieten und in Ostdeutschland bekannt. Eine gesonderte Bedarfsplanung für Kinder- und Jugendpsychotherapeuten halte sie dennoch nicht "für unbedingt erforderlich", schreibt die Regierung weiter.

Sachgerecht sei vielmehr, lokalen Versorgungsengpässen mit der Möglichkeit der Sonderbedarfszulassung zu begegnen.

Die Liberalen hatten unter Hinweis auf Angaben der Bundespsychotherapeutenkammer hervorgehoben, "dass ein Besorgnis erregend hoher Anteil von Kindern und Jugendlichen in Deutschland von zirka fünf Prozent psychisch auffällig beziehungsweise krank" sei.

Die Bundesregierung bestätigt diese Zahl. Nach ihren Informationen seien fünf Prozent der Kinder "unbedingt behandlungsbedürftig". Die Wissenschaft sei sich in der Einschätzung, wie viele Kinder und Jugendliche unter behandlungsbedürftigen psychischen Störungen leiden, uneinig, heißt es in der Antwort weiter.

Eine Schätzung gehe von fünf bis sieben Prozent aller Kinder und Jugendlichen aus, eine andere von zwölf bis zwanzig Prozent.

Unter Hinweis auf eine Stellungnahme der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Spitzenverbände der Krankenkassen schreibt die Regierung, bis zum 31. Dezember 2005 seien 2.485 Kinder- und Jugendpsychotherapeuten zur vertragsärztlichen Versorgung zugelassen gewesen. Eine Versorgungszulassung hätten zudem 598 Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie gehabt.

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