Staatssekretär Freller: "Buch öffnet Blick auf junge Frau hinter der Widerstandskämpferin"

Hier öffnet sich uns ein Blick auf die junge Frau hinter der Widerstandskämpferin. Und die ist wie wir alle. Sie empfindet widersprüchlich, sie liebt, weicht zurück, sehnt sich. Sie ist unsicher. Und weiß dann wieder genau, was sie will", beschrieb Kultusstaatssekretär Karl Freller bei der Präsentation des neuen Buches von Hermann Vinke: "Hoffentlich schreibst du recht bald. Sophie Scholl und Fritz Hartnagel.

23.02.2006 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

"Eine Freundschaft 1937 � 1943" die Bedeutung des Briefwechsels zwischen der Widerstandskämpferin und dem jungen Offizier, der unter Sophies Einfluss zum entschiedenen NS-Gegner wurde. Sowohl für den jüngsten Film über die Widerstandskämpferin als auch die jüngste Veröffentlichung Hermann Vinkes sei er dankbar, so Freller. "Denn sie verhindern, dass Sophie Scholl für uns zu einer Ikone wird � zu einer Ikone, die wir zwar bewundern, die aber unerreichbar ist."

Ihre Menschlichkeit zeige sich gerade auch in den Briefen der beiden jungen Liebenden, die Hermann Vinke in seinem neuen Buch zitiert. Julia Jentsch, die preisgekrönte Filmdarstellerin von Sophie Scholl, und Christoph Luser von den Münchner Kammerspielen lasen am Todestag von Sophie Scholl, Hans Scholl und Christoph Probst Auszüge aus diesen Texten. Die Weiße Rose Stiftung e.V., der Ravensburger Verlag und die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit hatten mehrere hundert Schüler zur Vorstellung des Buches "Hoffentlich schreibst du recht bald" in die Ludwig-Maximilians-Universität eingeladen. Vinkes Werk "Das kurze Leben der Sophie Scholl" bringe jungen Menschen seit über 20 Jahren diese beeindruckende Frau näher, unterstrich Renate Herre, Geschäftsführerin des Ravensburger Verlags. "Aus Gesprächen mit Schülern wissen wir, wie sehr die Lektüre ihr Geschichtsverständnis geprägt hat".

Gerade in den Briefen zeige sich Sophie Scholls Menschlichkeit. Diese stelle einerseits hohe moralische Anforderungen, andererseits sei sie jedoch verknüpft mit Nachsicht und Verständnis. "Nur mit einem solchen Menschenbild können wir der totalitären und autoritären Gefahr entgehen. Es bewahrt uns am ehesten davor, unsere eigene Menschlichkeit zu verlieren", unterstrich Staatssekretär Freller.

Marc Rothemunds "Sophie Scholl � die letzten Tage", in dem Julia Jentsch die Titelrolle verkörpert, ist Deutschlands Nominierung für den Oscar in der Kategorie "bester fremdsprachiger Film". Unabhängig von der Verleihung des wichtigsten amerikanischen Filmpreises am 5. März überreichte Freller bereits heute den "Oskar der bayerischen Schülerinnen und Schüler" an Julia Jentsch als beste Schauspielerin.


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