Widerstandkampf gegen das Nazi-Regime

Kultusministerin Monika Hohlmeier hat heute Frau Anna Oster, die Schwiegertochter des Widerstandskämpfers Hans Oster (1888-1945), zu einem Gespräch anlässlich des 60. Jahrestages der Hinrichtung ihres Schwiegervaters empfangen.

08.04.2005 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Als Mitarbeiterin des Widerstandskämpfers und späteren Begründers der CSU, Josef Müller, war Frau Oster auch selbst im Widerstand gegen das Nazi-Regime tätig. Zwischenzeitlich war sie auch im Gefängnis der Berliner Gestapo-Zentrale inhaftiert. "Ich habe einen großen Respekt vor der Lebensleistung von Anna Oster. Getragen von einem tiefen christlichen Glauben hat sie sich auch unter Lebensgefahr für die freiheitlich-demokratischen Grundwerte eingesetzt", sagte die Ministerin.

Bei ihrem Gespräch vereinbarten Hohlmeier und Oster, dass ein Dokumentarfilm für die Schulen über das Leben und Wirken von Anna Oster produziert werden soll. "Mit der filmischen Dokumentation der Lebensleistung von Frau Oster wird den Schülerinnen und Schülern in Bayern am Beispiel einer außerordentlichen Persönlichkeit deutlich, dass der Kampf für eine gerechte Welt den Einsatz des Einzelnen braucht", sagte die Ministerin.

Hans Oster wurde als führendes Mitglied des militärischen Widerstands im Februar 1945 in das KZ Flossenbürg überstellt und am 9. April 1945 erhängt. Der im Ersten Weltkrieg mehrfach ausgezeichnete Offizier war einer der führenden Köpfe des militärischen Widerstands in Deutschland. Er plante einen Staatsstreich für den Fall, dass Hitler die Tschechoslowakei angreifen werde, und sah die Tötung Hitlers als unbedingt notwendig an. Im Oktober 1939 nahm er über Josef Müller und den Vatikan Kontakte mit London auf. In der Phase von November 1939 bis Mai 1940 setzte er den niederländischen Militärattaché in Berlin detailliert von den deutschen Angriffsplänen auf die Niederlande in Kenntnis. Osters Widerstand fußte auf einer liberal-konservativen und stark religiösen Prägung und entsprang der tiefen Überzeugung, dass das unmenschliche und unchristliche Regime Hitlers unbedingt beseitigt werden müsse. Gegenüber dem holländischen Generalattaché Sas formulierte der Widerstandskämpfer: "Jetzt mögen Sie sagen, dass ich ein Landesverräter bin. Aber das bin ich nicht. Ich betrachte mich selbst als einen besseren Deutschen als alle diejenigen, welche hinter Hitler herlaufen. Mein Plan und meine Pflicht ist es, Deutschland und damit die Welt von dieser Pest zu befreien."


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