Akzeptabler Kompromiss bei den Arbeitsbedingungen für die Sozialpädagogischen Fachkräfte an Förderschulen erreicht

Der lang andauernde und massive Protest aus den Schulen und von Seiten der GEW Hessen hat sich gelohnt: Am Ende von langwierigen Erörterungen im Hauptpersonalrat sowie Verhandlungen der GEW mit dem Kultusministerium konnte ein akzeptabler Kompromiss für die Richtlinien zur Regelung der Arbeitsbedingungen von Sozialpädagogischen Fachkräften an Schulen für Praktisch Bildbare und für Körperbehinderte gefunden werden.

17.01.2006 Hessen Pressemeldung GEW Hessen

"Wir sind sehr erfreut darüber, dass die qualitativ hochwertige Arbeit dieser Kolleginnen und Kollegen auch in der Tätigkeitsbeschreibung ihren Widerhall gefunden hat", so der Vorsitzende der GEW Hessen, Jochen Nagel. "Damit wird endlich auch offiziell die Anerkennung dieser wichtigen Tätigkeit mit den behinderten Schülerinnen und Schülern vollzogen."

Leider bleiben die Arbeitszeitregelungen, einem falschen allgemeinpolitischen Trend folgend, erheblich hinter diesem Qualitätsanspruch zurück. Dennoch kann man in der Gesamtbewertung der Auseinandersetzungen mit Fug und Recht von einem bedeutenden Erfolg der Betroffenen und der GEW Hessen sprechen.

Nach dem ursprünglichen Entwurf des Ministeriums sollte der Umfang der wöchentlichen Arbeitszeit mit Schülerinnen und Schülern je nach Lebensalter der Kolleginnen und Kollegen gegenüber der derzeitigen Regelung drastisch erhöht werden. In einer gemeinsamen Kraftanstrengung ist es gelungen, diese geplante Erhöhung um knapp zwei Stunden zu reduzieren. Dadurch wurde mehr Zeit für Vor- und Nachbereitung sowie für außerunterrichtliche Tätigkeiten gesichert.

"Dass die GEW in letzter Minute noch die ´Deckelung´ des Arbeitszeitanteils für Unterrichts und Erziehungsarbeit, Betreuung und Aufsichtsführung auf 29 Stunden bei den Pädagogischen Fachkräften und auf 32 bei den überwiegend in therapeutischer Einzelarbeit arbeitenden Kräften erreichen und damit die Belastungsspitze gerade bei den Berufseinsteigerinnen und –einsteigern noch etwas mildern konnte, hat uns die Zustimmung zu dem Kompromiss erheblich erleichtert", so Jochen Nagel weiter. "Gegenüber der ersten Vorlage des Ministeriums haben wir hier eine Verkürzung um 2,9 Stunden bzw. um 4,4 Stunden pro Woche erreicht!"

Dennoch bleibt viel zu tun. Die GEW Hessen wird jetzt die anstehende umfangreiche Dokumentation der Tätigkeiten, welche die einzelnen Beschäftigten zu erbringen haben, sehr genau beobachten und begleiten. "Wir halten solche Regelungen für viel zu bürokratisch, zumal der dazu notwendige Zeitaufwand für die pädagogische Arbeit verloren geht. Andererseits sind wir uns sicher, diese Dokumentationen werden bei der vereinbarten Auswertung in zwei Jahren belegen, dass die Arbeitszeit viel zu hoch angesetzt ist. Wir erwarten, dass dies dann selbstverständlich entsprechende Konsequenzen nach sich ziehen wird", so Jochen Nagel abschließend.

Ansprechpartner

GEW Hessen

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