Allzu viel ist ungesund: Lehrerinnen und Lehrer gegen Arbeitzeitverlängerung

"Vorgestern beim Segeln, gestern beim Heavy-Metal-Konzert, heute als Nachwuchstalent im Fußballtor. Dem Ministerpräsidenten macht das Regieren nach eigenem Bekunden Spaß. Seinen Beschäftigten aber ist das Lachen längst vergangen, weil die Landesregierung weiterhin auf Arbeitsverdichtung und Arbeitszeitverlängerung setzt",. sagte Dr. Kai Niemann, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) auf einer Protestkundgebung am 31.08.05 auf dem Kieler Asmus-Bremer-Platz. "Sorgen wir also dafür, dass dem Ministerpräsidenten und den Regierungsparteien der Spaß am Regieren vergeht!"

31.08.2005 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

Zu der Kundgebung und dem vorangegangenen Demonstrationszug durch die Kieler Innenstadt hatten der DGB und die Gewerkschaften GdP, ver.di und GEW aufgerufen, um gegen die Arbeitszeitverlängerung für Beamte und die fortschreitende Verschlechterung der Arbeitsbedingungen zu demonstrieren.

Aus Sicht des GEW-Landesvorsitzenden hat sich die Arbeitsbelastung der Lehrerinnen und Lehrer in den vergangenen Jahren zum Schlechten verändert. "Jetzt ist das Maß voll. Zwei Arbeitszeitverlängerungen mussten Lehrkräfte 1999 und 2002 in Kauf nehmen. Nun sollen sie mit einer weiteren Arbeitszeitverlängerung die Kapazitäten zur Einführung von Englisch in der Grundschule und der verlässlichen Grundschule schaffen. Sinnvolle Reformen werden damit bewusst und offen auf dem Rücken der Lehrkräfte ausgetragen."

In den Schulen werde darüber hinaus durch die Arbeitszeitverlängerung die Schaffung von rund 330 Planstellen verhindert, so der Gewerkschaftsvorsitzende. Damit fände die zusätzliche Einstellung von jungen Lehrerrinnen und Lehrern nicht statt. 5 Millionen Arbeitslosen würden weitere hinzugefügt. "Wir brauchen aber nicht mehr Arbeitslose sondern mehr junge Lehrerinnen und Lehrer in den Schulen!", forderte Kai Niemann die schwarz-rote Landesregierung auf, von ihrer bisherigen Politik abzurücken.

Außerdem kritisierte er, dass durch die geplante Arbeitszeitverlängerung der Landeshaushalt auf dem Rücken der Beschäftigten entlastet werden solle. "Rechnet man die Arbeitszeit auf das Gehalt um, entspricht die Arbeitszeitverlängerung in Wahrheit einer Lohnkürzung von 2,5 %", rechnete Kai Niemann vor. Die Landesbediensteten würden also erneut als Sparschweine missbraucht, obwohl Kürzungen des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes gerade erst stattgefunden hätten.

Ansprechpartner

GEW Schleswig-Holstein

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