Bildungsarbeit ist mehr als ein Euro wert

"Wir befürchten, dass durch "Ein-Euro-Jobs" an Schulen auf Dauer wichtige pädagogische Aufgaben, wie die Förderung lernschwacher Schüler oder die Hausaufgabenhilfe von nicht ausreichend qualifizierten Personen übernommen werden", sagte Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), am Montag in Stuttgart. In Baden-Württemberg gibt es bereits einige "Ein-Euro-Jobs" an Schulen. Sie werden zum Beispiel als "BVJ-Helfer" im Berufsvorbereitenden Jahr (BVJ) beim Nachhilfeunterricht und in Freizeitprogrammen eingesetzt.

18.04.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Aufgrund leerer kommunaler Kassen und der fehlenden Landesmittel für zusätzliche Stellen sehen die Schulträger in der Einstellung von Ein-Euro-Jobbern eine gute Gelegenheit, um das fehlende pädagogische Personal billig aufzustocken. "Für die Schulsozialarbeit brauchen wir aber speziell ausgebildete Profis, die auch langfristig eine vertrauensvolle Beziehung zu den Schülerinnen und Schülern aufbauen können. Dies geht nicht mit Kurzzeit-Jobs", so Dahlem.

Auch die Bundesagentur für Arbeit kennt die Gefahren und weist ausdrücklich darauf hin, keine "Ein-Euro-Jobs" für Arbeitsaufgaben von Lehrerinnen und Lehrern, Erzieherinnen und Erziehern oder Hausmeister einzusetzen. "Ein Billiglohnsektor in der Bildung verstärkt die Trennung zwischen Unterricht und Betreuung. Wir brauchen aber Schulen, in denen ganztags Teams aus Lehrkräften, Sozialpädagogen und Erzieher gemeinsam für Unterricht, individuelle Förderung sowie Beratungs- und Freizeitangebote zuständig sind", sagte Dahlem.

Weitere Informationen: www.gew-bw.de.

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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