Biotechnologietage 2005 in Stuttgart

Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg hat die Bedeutung der Biotechnologie für die deutsche Wissenschaft und Wirtschaft herausgestellt.

25.04.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

"Innovationen in der Biotechnologie schaffen wettbewerbsfähige Produkte für einen internationalen Markt. Die Forschung an den Universitäten und Instituten bietet hierfür eine wichtige Basis", erklärte Frankenberg bei der Eröffnung der "Biotechnologietage 2005" am 25. April in Stuttgart.

"Die Biotechnologie beeinflusst viele Wirtschaftsbereiche, etwa die Human- und Veterinärmedizin, die industrielle chemische Produktion, die Pharmaproduktion, die Land- und Ernährungswirtschaft sowie den Umweltschutz. Um auf diesem zukunftsträchtigen Gebiet international wettbewerbsfähig zu sein, muss das bereits vorhandene Potenzial gezielt gestärkt werden", betonte der Minister. Baden-Württemberg zähle in Deutschland zu den Spitzenstandorten der Biotechnologie, weil es schon früh auf diese Technologie gesetzt habe und sie auch weiterhin konsequent ausbaue. Frankenberg nannte vor allem das Programm "Lebenswissenschaftliche Zentren", für das Land und Bund rund 66 Mio. Euro zur Verfügung gestellt haben. Hiervon profitieren die Universitäten Freiburg, Heidelberg und Ulm. Als weitere wichtige Fördermaßnahme nannte Frankenberg die Unterstützung von Existenzgründungen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen.

"Zu den wichtigsten Scharnieren des Wissenstransfers gehört auch die Verbundforschung", sagte Frankenberg. "Es hat sich bewährt, die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft auf ausgewählten Technologiefeldern wie der Biotechnologie zu intensivieren und neue Kontakte vor allem mit kleinen und mittleren Unternehmen aufzubauen." Besonders stolz sei er auf das unternehmensorientierte Förderprogramm, mit dem das Land bereits 40 besonders risikobehaftete FuE-Projekte baden-württembergischer kleiner und mittlerer Biotechunternehmen gefördert habe. Frankenberg: "In diesem Jahr wurden weitere 19 Projekte in die Förderung aufgenommen - darunter ein Projekt der Grünen Gentechnik. Die wirtschaftliche Umsetzung in diesem Bereich liegt mir wegen der wissenschaftlichen Kompetenz, die gerade auf diesem Gebiet im Land vorhanden ist, besonders am Herzen."

Diese bislang in Baden-Württemberg exzellent aufgestellte pflanzenwissenschaftliche Forschungskompetenz laufe jedoch durch das jüngst von der Bundesregierung erlassene Gentechnikgesetz Gefahr, im internationalen Vergleich erheblich benachteiligt zu werden. "Das Gentechnikgesetz", so Frankenberg, "bedeutet im wesentlichen ein De-facto-Anbau-Verbot von gentechnisch veränderten Pflanzen und führt damit zu einem Aus nicht nur für die kommerzielle Nutzung durch Landwirte und Industrie, sondern auch für die Forschung." Die Chancen einer hochinnovativen Wachstumsbranche blieben so ungenutzt, ein Exodus von Spitzenforschern sei zu befürchten.

Das Land setze jedoch weiterhin auch im Bereich der Ausbildung auf die Biotechnologie, um die für die Entwicklung der Branche erforderlichen Fachkräfte zu garantieren. "An acht der neun Landesuniversitäten werden biowissenschaftliche Studiengänge angeboten. Im Bereich der Fachhochschulen ist vor allem der Bachelorstudiengang 'Pharmazeutische Biotechnologie' zu nennen, der erst vor kurzem in Biberach eingerichtet wurde", so Frankenberg. "Die neue Ausbildung ergänzt das vorhandene Spektrum der einschlägigen Fachhochschulstudiengänge. Sie soll den dringend benötigten qualifizierten Nachwuchs für die in der biotechnologischen Entwicklung und Produktion von Arzneimitteln tätigen Unternehmen sichern."


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