Brandenburg ist auf dem richtigen Weg

Bildungsminister Holger Rupprecht äußerte sich zufrieden mit den heute in Berlin öffentlich präsentierten Ergebnissen des Landes Brandenburg bei der Länderauswertung der Schulleistungsuntersuchung PISA-E 2006. "Die brandenburgischen Schülerinnen und Schüler haben es geschafft, sich in den drei zentralen Kompetenzbereichen weiter – zum Teil sogar erheblich – zu verbessern", so Bildungsminister -Rupprecht.

18.11.2008 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

  • Im Kompetenzbereich Naturwissenschaften legen die Jugendlichen um insgesamt 28 auf 514 Punkte zu, erreichen im Ländervergleich Rang 8 (PISA 2003: Platz 15) und liegen mit diesen Leistungen erstmals oberhalb des OECD-Durchschnitts.
  • Im Kompetenzbereich Mathematik verbessern sich die brandenburgischen PISA-Teilnehmer von 492 auf 500 Punkte, werden Fünfte hinter Sachsen, Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen (PISA 2003: Platz 12) und liegen damit im OECD-Durchschnitt.
  • Im Kompetenzbereich Lesen steigern sich die brandenburgischen Schülerinnen und Schüler bei PISA 2006 von 478 auf 486 Punkte, belegen im Ländervergleich Platz 11 (PISA 2003: Platz 13) und liegen mit diesen Leistungen erstmals im OECD-Durchschnitt.

"Entscheidend bei diesem Erfolg ist nicht, dass wir im Ländervergleich einige Plätze nach vorne gekommen sind, sondern dass wir es geschafft haben, die Leistungsdifferenz zu den PISA-Siegern deutlich zu verringern", freute sich Rupprecht. "Das belegt zum einen, dass wir uns mit den seit PISA 2000 getroffenen bildungspolitischen Entscheidungen im Land Brandenburg auf dem richtigen Weg befinden und zeigt zum anderen auch die hohe Motivation unserer Lehrkräfte, ohne die diese Leistungssteigerung unserer Schülerinnen und Schüler nicht möglich gewesen wäre."

Aber die jüngsten PISA-Ergebnisse würden auch klar zeigen, in welchen Bereichen Brandenburg noch Handlungsbedarf hat, erklärte der Bildungsminister. "Trotz besserer Ergebnisse bei der Lesekompetenz können wir mit den Ergebnissen in diesem Bereich weder in Brandenburg noch deutschlandweit zufrieden sein." Sorge bereite ihm auch, so Rupprecht, dass die soziale Herkunft in Brandenburg mittlerweile mehr als in den Vorjahren über den Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen entscheidet. Eine einfache Erklärung für diese Verschlechterung gebe es nicht, so der Minister. "Dieses Ergebnis werden wir intensiv auswerten und dann Konsequenzen daraus ziehen."

Unter dem Strich könne Brandenburg aber mit den Ergebnissen äußerst zufrieden sein, bilanzierte der Bildungsminister. "Das Land hat sich seit der ersten PISA-Studie 2000 trotz schwieriger demographischer, wirtschaftlicher und finanzieller Rahmenbedingungen kontinuierlich und signifikant verbessert." Das mache Mut, sich den weiteren bildungspolitischen Herausforderungen zu stellen. "Dazu gehört, alle Schulen im Land weiterhin zu stärken und dazu gehört ganz zentral auch, gleiche Bildungschancen für alle zu sichern – ungeachtet der sozialen Herkunft."

Hintergrund zu PISA:
Die Tests für PISA-E (Programme für International Student Assessment) fanden im Frühjahr 2006 statt. In Brandenburg beteiligten sich 2006 mehr als 2.500 15-Jährige sowie Neuntklässler aus insgesamt 73 Schulen (31 Gesamtschulen, 20 Realschulen, 22 Gymnasien) an der PISA-Länderstudie. Die Schülerinnen und Schüler hatten 120 Minuten Zeit, die Aufgaben in den drei fachlichen Leistungsdomänen Lesekompetenz, mathematische sowie naturwissenschaftliche Kompetenz zu bewältigen. Bereits 2000 und 2003 hatte es Länderauswertungen von PISA gegeben.

Hintergrund zu Maßnahmen des Bildungsministeriums:
Das Bildungsministerium Brandenburg hat seit PISA 2000 zahlreiche Maßnahmen auf den Weg gebracht, um die Qualität in Brandenburgs Schulen zu verbessern. Dazu zählen u.a.

  • Maßnahmen zur Verbesserung der frühkindlichen Förderung (Verbesserung der Bildungsarbeit in Kindertagesstätten mit den "Grundsätzen elementarer Bildung", Früherkennung von Entwicklungsbeeinträchtigungen mit den "Grenzsteinen der Entwicklung", Förderung sprachauffälliger Kinder im letzten Kitajahr),
  • Maßnahmen zum Ausbau von schulischen und außerschulischen Ganztagsangeboten mit dem Ziel erweiterter Förder- und Bildungsmöglichkeiten insbesondere für Schülerinnen und Schüler mit Bildungsdefiziten und besonderen Begabungen,
  • Maßnahmen zur besseren Verzahnung von vorschulischem Bereich und Grundschule unter anderem mit dem Ziel der frühzeitigeren Einschulung und der differenzierteren individuellen Förderung (Flexible Eingangsphase),
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Lesekompetenz und des grundlegenden Verständnisses mathematischer und naturwissenschaftlicher Zusammenhänge (Leistungs- und Neigungsdifferenzierung in den Jahrgangsstufen 5 und 6 durch Teilungsstunden, neue Grundschulrahmenlehrpläne),
  • Maßnahmen zur wirksameren differenzierten Förderung von bildungsbenachteiligten Kindern und Jugendlichen sowie von Begabten (Initiative Oberschule, Feriencamps, Leistungs- und Begabungsklassen) sowie
  • Maßnahmen zur Weiterentwicklung und Sicherung der Qualität von Unterricht und Schule auf der Grundlage verbindlicher Standards sowie ergebnisorientierter Evaluation (neue Rahmenlehrpläne für die Sekundarstufe I sowie die Sekundarstufe II, zentrale Lernstandstests in der Primarstufe, Vergleichsarbeiten in der Sekundarstufe I, landesweite Prüfungen am Ende der Jahrgangsstufe 10, zentrale Abiturprüfungen, Schulvisitation als externe Evaluation von Schulen).

Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden