Bulmahn: "Infektionskrankheiten keinen Raum geben"

Die Genomforschung liefert die Grundlage zum Verständnis und zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn hat am Dienstag drei international renommierte Zentren für Infektionsforschung in Würzburg besucht. "Wir dürfen den Infektionskrankheiten keinen Raum geben", sagte Bulmahn. Gleichzeitig hob sie die hohe Qualität des Forschungsstandortes Deutschland in der Infektionsforschung hervor. "Es gibt viele Beispiele, wo deutsche Forscherinnen und Forscher Pionierarbeit geleistet haben", betonte die Bundesforschungsministerin.

12.10.2004 Pressemeldung Bundesministerium für Bildung und Forschung

Bulmahn wies darauf hin, dass nicht nur bei der Aufklärung des Erregers von SARS deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler international Vorreiter seien. So habe ein Forscher-Team der Universität Würzburg kürzlich eine neue Methode entwickelt, mit der Pilz-Infektionen besser untersucht werden könnten. Ein anderes Team habe in Würzburg wichtige Enzyme eines Malariaerregers charakterisiert, aus denen nun Medikamente entwickelt werden. Im Zuge des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Nationalen Genomforschungsnetzes haben Wissenschaftler des Bernhard-Nocht-Instituts in Hamburg in einer weltweit einmaligen Studie 14.000 Blutproben von Malaria-Infizierten ausgewertet und erstmals genetische Varianten der Krankheit umfangreich aufgespürt.

Zu besonders gravierenden Infektionskrankheiten wie beispielsweise Hepatitis und HIV/AIDS fördert das BMBF den Aufbau von Forschungsnetzen. Das Kompetentnetz HIV/AIDS, das in der Gründung auf Würzburger Forscher zurückgeht, wurde jüngst in einer international besetzten Begutachtung evaluiert und wird nach positivem Ergebnis nun für weitere zwei Jahre gefördert. Insgesamt wird der Bereich der Infektiologie, der auch die Förderung von klinischen Forschergruppen und die Impfstoffforschung umfasst, mit jährlich rund 15 Millionen Euro gefördert.


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