Dr. Ulrich Raulff als Direktor des Schiller-Nationalmuseums und des Deutschen Literaturarchivs in sein Amt eingeführt

Dr. Ulrich Raulff wurde am 13. November in Marbach feierlich in sein Amt als neuer Direktor des Schiller-Nationalmuseums und des Deutschen Literaturarchivs eingeführt. Kunstminister Prof. Dr. Peter Frankenberg gratulierte ihm dazu in seinem Grußwort sehr herzlich und wünschte dem neuen Direktor alles Gute für die Führung der beiden Marbacher Institute, die er als "eine der schönsten, aber auch schwierigsten Aufgaben auf dem Gebiet der Geisteswissenschaften" bezeichnete.

13.11.2004 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

"Das Deutsche Literaturarchiv erfüllt nationale Aufgaben und ist zugleich der literarische Leuchtturm Baden-Württembergs", hob der Minister dessen Bedeutung hervor. Der vielfältigen Literaturförderung in Baden-Württemberg komme es zugute, dass die beiden Marbacher Institutionen enge und regelmäßige Kooperationen mit kommunalen, regionalen und überregionalen Literatureinrichtungen pflegten. Als weiteres Merkmal, betonte Frankenberg, biete Marbach die einzigartige Kombination von Literaturarchiv und Museum. Dabei müssten nicht nur die Literatur der Moderne als wesentlicher und wachsender Bestandteil des Deutschen Literaturarchivs, sondern auch die älteren Bestände zeitgemäß präsentiert werden, um die Bedeutung der Literatur der breiten Öffentlichkeit noch näher ins Bewusstsein zu rücken.
Der Minister bezeichnete den Bau des Literaturmuseums der Moderne, dessen Eröffnung für das Frühjahr 2006 vorgesehen ist, sowie die zunehmende Konkurrenz durch andere Institutionen, die literarische Nachlässe sammeln, wie beispielsweise die Berliner Akademie der Künste, einzelne Universitätsbibliotheken oder auch Dichterhäuser, als Herausforderungen für die Zukunft. "Hier gilt es, das eigene Sammlungsprofil weiter zu schärfen und die Absprache mit anderen Institutionen zu suchen", so Frankenberg. Das kulturelle Gedächtnis zu bewahren, zu archivieren und zu erschließen, stelle das Literaturarchiv als zeit- und kostenintensive Daueraufgabe vor große Probleme. Deshalb gelte es, die Deutsche Schillergesellschaft und Ihre Institute auch in Zukunft mit einer angemessenen finanziellen Grundlage auszustatten. Die derzeitige Finanzierung erfolgt überwiegend durch das Land Baden-Württemberg und den Bund; vom Gesamtwert an institutioneller Förderung in Höhe von 6,9 Mio Euro im Jahr 2004 trägt das Land 3,2 Mio Euro. Hinzu kommen Beiträge des Landkreises Ludwigsburg, der Städte Stuttgart, Ludwigsburg und Marbach sowie Eigeneinnahmen. "Trotz der angespannten Haushaltslage wird sich das Land Baden-Württemberg weiterhin bemühen, seinen Finanzierungsbeitrag zu leisten", sicherte Minister Frankenberg zu. Gleichzeitig verwies er auf die zunehmende Bedeutung des Engagements privater Sponsoren im Sinne einer "Private-Public-Partnership", wie dies etwa bei der Mitfinanzierung der Weimarer Mörike-Sammlung, die dieses Jahr in das Eigentum der Deutschen Schillergesellschaft übergegangen ist, vorbildlich durchgeführt worden sei.

Dr. Ulrich Raulff, geboren 1950 in Hülseberg bei Merzhagen/Westfalen, studierte Philosophie und Geschichte. Nach der Promotion im Jahre 1977 habilitierte er sich 1995 an der Humboldt Universität Berlin. Im Anschluss daran arbeitete er dort als Privatdozent im Fach Kulturwissenschaft. Von 1978 bis 1993 war er freiberuflich als wissenschaftlicher Publizist, Übersetzer und Mitarbeiter verschiedener deutscher Verlage tätig. Nach der Tätigkeit als Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung von 1994 bis 1997 übernahm er 1997 dort die Funktion des Feuilletonchefs, die er bis 2000 ausübte. Von Sommer 2001 bis Herbst 2004 war er Leitender Redakteur der Süddeutschen Zeitung.
Dr. Raulff ist Herausgeber zweier kulturwissenschaftlicher Reihen sowie grundlegender Texte von Aby Warburg, Friedrich Gundolf und Hans Delbrück. Darüber hinaus hat er eine Monographie über Marc Bloch verfasst.


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