Ganztagsschule: Erfolgsmodell mit Schönheitsfehlern

"Es ist prima, dass Prominente wie der Schauspieler Peter Lohmeyer für Ganztagsschulen werben. Vielleicht kann der Schauspieler aus dem Film "Das Wunder von Bern" ja auch zu einem Wunder bei den Ganztagsschulen beitragen. Denn dem Ausbau der Ganztagsschulen in Deutschland haften noch eine Menge pädagogischer und finanzieller Schönheitsfehler an", sagte Dr. Kai Niemann, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Freitag, 26. August 2005 in Kiel zum bundesweiten Start der Aktion "Ganztags-schulbotschafter".

26.08.2005 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

Der GEW-Landesvorsitzende, der selbst an einem Ganztagsgymnasium in Kiel unterrichtet, lobte ausdrücklich das Ganztagsschulprogramm der Bundesregierung: "Von diesem Programm geht ein wichtiger Impuls für den Ausbau von Ganztagsschulen aus. Dadurch werden viele Kinder von der Straße geholt, die ansonsten sich selbst überlassen wären."

Nicht zufrieden zeigt sich Kai Niemann aber mit dem in Schleswig-Holstein favorisierten Konzept der sogenannten offenen Ganztagsschule, die den Schülerinnen und Schülern am Nachmittag freiwillige Angebote unterbreitet. "Die offene Ganztagsschule ist nur die zweitbeste Lösung, weil sie nicht alle Kinder und Jugendlichen mit einbezieht. Darüber hinaus mangelt es ihr an einem überzeugenden pädagogischen Konzept und Verbindlichkeit. Richtig ärgerlich ist zudem, dass von den Eltern mancherorts sogar noch Beiträge für die Nachmittagsangebote erhoben werden."

Für die GEW solle die offene Ganztagsschule deshalb nur eine Zwischenstation auf dem Weg zu einer gebundenen Ganztagsschule bleiben. In der gebundenen Ganztagsschule werden Unterricht, sportliche, musische und künstlerische Aktivitäten sowie Freizeitangebote für alle Schülerinnen und Schüler verbindlich über den ganzen Tag verteilt.

Ansprechpartner

GEW Schleswig-Holstein

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