Grundstein für Deutsch-Jordanische Hochschule in Amman gelegt

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn sieht die weltweite Expansion deutscher Hochschulen auf einem viel versprechenden Weg. "Deutsche Studienangebote setzen sich im internationalen Wettbewerb immer besser durch", sagte Bulmahn am Montag in Amman. Im Beisein S.M. Abdallah bin Hussain II., König des Haschemitischen Königreichs Jordanien, legte sie dort gemeinsam mit dem jordanischen Wissenschaftsminister Khalid Touqan den Grundstein für die German-Jordanian University (GJU).

25.04.2005 Pressemeldung Bundesministerium für Bildung und Forschung

"Die deutschen Hochschulen haben die großen Chancen des Studienexports erkannt und gewinnen gegenüber der Konkurrenz aus den dominanten angelsächsischen Ländern", sagte Bulmahn. Gerade das FH-Modell mit seiner praxisnahen akademischen Ausbildung verschaffe der jungen Generation in der Region bessere Zukunftschancen und trage zur wirtschaftlichen und friedlichen Entwicklung bei.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) investiere jährlich vier Millionen Euro für Studienangebote deutscher Hochschulen im Ausland. "Wir gewinnen die künftigen Eliten als Partner für die Kooperationen mit Deutschland", sagte Bulmahn. Mit dem Programm würden langfristig wirksame wirtschaftliche, wissenschaftliche und kulturelle Bindungen an Deutschland aufgebaut. "Die Hochschulen sind ein wichtiger Beitrag für den kulturellen Dialog zwischen Regionen und Religionen."

Die GJU ist die zweite deutsche Hochschule in der Region nach der Gründung der German University in Cairo im Jahr 2003 und ist eine der größten Hochschulprojekte im Ausland. Sie wird nach dem Modell deutscher Fachhochschulen aufgebaut. Dabei trägt die Hochschule Magdeburg-Stendal die Patenschaft. Das BMBF stellt für die GJU bis zum Jahr 2008 insgesamt zwei Millionen Euro bereit, die vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) verwaltet werden.

Die GJU wird praxisorientierte englischsprachige Studiengänge insbesondere im technisch-ingenieurwissenschaftlichen Bereich für Bewerber aus der ganzen Region (Jordanien, Irak, Syrien, Westjordanland) anbieten. Ab Anfang Oktober soll die Hochschule ihre Türen für die ersten 460 Studierenden öffnen. In der letzten Ausbaustufe im Jahr 2008 soll sie rund 5.000 Studierende haben.

Bau, Finanzierung der Infrastruktur und Betrieb der Hochschule liegen weitgehend in jordanischer Hand. Von deutscher Seite beteiligen sich über 60 Fachhochschulen mit "Know-how", wie der Erstellung der Curricula, der Entsendung deutscher Dozenten sowie Deutschlandaufenthalten und Praktika für die GJU-Studenten.

Beim Export deutscher Studienangebote sind aktuell 20 Projekte in der Förderung und 4.200 Studierende in den deutschen Studiengängen im Ausland eingeschrieben, sieben weitere Vorhaben wurden kürzlich ausgewählt. Eine neue Ausschreibung des Programms ist für den Sommer 2005 vorgesehen. Bis zum Jahr 2008 rechnet der DAAD mit 10.000 Studierenden.

Das Programm ist Teil der Internationalisierungsstrategie des BMBF. Dazu gehört unter anderem die Marketing-Offensive "Hi!Potentials" mit der ausländische Studierende und Graduierte für deutsche Hochschulen geworben werden, sowie der hoch dotierte Sofja-Kovalevskaja-Preis für Nachwuchsforscher aus dem Ausland. Für die Internationalisierungsstrategie stehen in den nächsten Jahren rund 13 Millionen Euro pro Jahr bereit.

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