Jugendminister Reiche warnt zum Weltdrogentag vor Alkopops

Zum morgigen (Samstag, 26.6.04) Weltdrogentag bekräftigte Jugendminister Steffen Reiche noch einmal sein kompromissloses Vorgehen gegen Alkopops. Seit vergangenem Herbst hat Minister Reiche zahlreiche Maßnahmen und Initiativen bis auf Bundesebene gestartet, um auf die Gefahr der süßen Verführer aufmerksam zu machen. Aktuell stellte er eine Auswertung der Zusammenarbeit mit den Landräten und Oberbürgermeistern vor:

25.06.2004 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

"Ich habe in einem Schreiben die Landräte und Oberbürgermeister gebeten, dass die Ordnungsämter vermehrt die Einhaltung des Jugendschutzes im Bezug auf Alkopops überprüfen mögen. Die Kreise und kreisfreien Städte haben dies großartig aufgenommen und eine Vielzahl von Aktivitäten gestartet, wofür ich ihnen dankbar bin", sagte Jugendminister Reiche. "Es ist notwendig, dass die zuständigen örtlichen Ordnungsbehörden strengere Kontrollen zur Einhaltung der Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes durchführen. Die örtlichen Ordnungsbehörden sollen zielgerichtet vorgehen, ihre Kontrolltätigkeiten schwerpunktmäßig darauf konzentrieren und notfalls den Bußgeldrahmen so weit ausschöpfen, dass die Sanktion eine deutlich spürbare Wirkung entfaltet. Es kann nicht sein, dass Alkopops in Supermärkten bei den Fruchtsäften stehen oder womöglich sogar aus Unkenntnis an Jugendliche abgegeben werden. 46 Prozent aller Jugendlichen zwischen 14 und 19 Jahren kaufen mindestens ein Mal im Monat Alkopops. 1998 waren dies erst 10 Prozent. Durch den süßen Geschmack verdecken die Getränke, dass sich in einer 0,275-Liter-Flasche durchschnittlich zwei Schnäpse befinden. Vor allem unter jungen Mädchen sind die Alkopops sehr beliebt. Sie sind Ursache dafür, dass Jugendliche immer früher mit einem regelmäßigen Alkoholkonsum beginnen. Ich werde weiter gegen dieses in seiner Gefährlichkeit unterschätzte Getränk vorgehen und die Aufklärungsarbeit dazu vorantreiben."

Die Landräte und Oberbürgermeister haben die Anregungen von Minister Reiche aufgegriffen und unter anderem

  • Schwerpunktkontrollen durchgeführt,
  • Bußgeldverfahren eingeleitet,
  • das Verkaufspersonal über die Jugendschutzbestimmungen "belehrt",
  • ein Kinder- und Jugendparlament machte Testkäufe, um die Öffentlichkeit zu sensibilisieren,
  • Arbeitskreise (Runde Tische, Foren, AG Jugendschutz) bestehend aus Vertretern vom Jugendamt, Ordnungsamt, Polizeibehörde, Schule, Krankenkassen, freien Trägern, Freizeiteinrichtungen usw. nahmen sich der Problematik an und erarbeiteten ein Gesamtvorgehen für die Region mit repressiven und präventiven Angeboten oder
  • verständigten sich auf konzertierte Aktionen,
  • Die Ordnungsämter der Städte Perleberg und Wittenberge haben alle gastronomisch genutzten Einrichtungen (Gaststätten, Kioske, Diskotheken), Tankstellen und Lebensmittelhändler schriftlich auf die Problematik mit der Abgabe von alkoholischen Mixgetränken hingewiesen und Sanktionen für den Fall der Nichteinhaltung des Jugendschutzgesetzes angedroht.
  • Spezielle Informationsmaterialien wurden erarbeitet oder gezielt verteilt,
  • die Öffentlichkeitsarbeit wurde verstärkt,
  • Diskussionsrunden wurden initiiert,
  • das Thema Sucht erhielt einen eigenen Schwerpunkt auf dem Jugendserver des Kreises, um zu informieren und Aktivitäten zu vernetzen.

Weitere Maßnahmen in Brandenburg:

  • Schreiben an alle Schulleiterinnen und Schulleiter, über die Gefahren, die von alkoholischen Mixgetränken ausgehen zu informieren und präventive Angebote vorzuhalten.
  • Gezielte Testkaufaktion des Landesjugendrings und der Aktion Kinder- und Jugendschutz (AKJS);
  • Erarbeitung eines "Musterelternabends" mit methodischen und didaktischen Anregungen, der von den Fachkräften für Jugendschutz, den Fachkräften für Elternbildung und Lehrern eingesetzt werden kann. Die Bausteine für einen Musterelternabend sind an alle Schulen verschickt worden und über den Jugendserver www.jugendinfo.com verfügbar.
  • Die Zentralstelle zur Suchtberatung hat zusammen mit der AOK einen Flyer für Eltern und Schüler erarbeitet.
  • Fachtagung "Jugendschutz als kommunale Aufgabe" am 11.05.04 mit großer Nachfrage - über 260 Anmeldungen.
  • Jugendministerkonferenz-Beschluss auf Antrag von Brandenburg und Baden-Württemberg im Mai 2004 (einstimmig angenommen) zum bundeseinheitlichen Vorgehen

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