Justinus-Kerner-Verein feiert 100-jähriges Bestehen

"Dem Justinus-Kerner-Verein ist es zu verdanken, dass das Wohnhaus dieses wichtigen Exponenten der schwäbischen Romantik als Dichtermuseum und Gedenkstätte mit Leben erfüllt ist. Mit dem vielfältigen Angebot an regelmäßigen Vorträgen, Autorenlesungen, musikalischen Darbietungen und Theateraufführungen ist es ein wichtiger Ort der kulturellen Begegnung und damit Vorbild für viele der literarischen Museen im Land geworden."

19.03.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Mit diesen Worten würdigte der Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Michael Sieber (MdL), am 19. März in Weinsberg die Arbeit des Justinus-Kerner-Vereins zu dessen 100-jährigem Bestehen. Der Verein wurde 1905 von 50 Weinsberger Bürgern mit dem erklärten Ziel gegründet, das Wohnhaus des berühmten Bürgers der Stadt zu erwerben, in dessen Sinne zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

"Das Kernerhaus ist eines jener seltenen alten Dichterhäuser, in denen bis heute die geistige Atmosphäre und das authentische Lebensumfeld seiner früheren Bewohner spürbar ist", hob der Staatssekretär hervor. Bereits 1908 konnte das Gebäude, das einst Zentrum der Romantik in Schwaben war und in dem Dichter wie Ludwig Uhland, Nikolaus Lenau, Gustav Schwab, Eduard Mörike, Wilhelm Müller und Ludwig Tieck verkehrten, als Dichtermuseum und Gedenkstätte eröffnet werden. Heute lassen das Haus und die Exponate die Besucherinnen und Besucher Justinus Kerner sowohl in seiner Eigenschaft als Arzt, Dichter, Kunstsammler und Denkmalpfleger, aber auch als Retter der Burgruine Weibertreu und Gründer des Weinsberger Frauenvereins eindrucksvoll erleben.

Zur Betreuung der mittlerweile rund 90 literarischen Museen in Baden-Württemberg hat das Land 1980 die Arbeitsstelle für literarische Museen, Archive, Gedenkstätten eingerichtet, die der Pflege des Andenkens wichtiger Autoren des Landes dient. "Diese Einrichtung ist in Deutschland einmalig und hat Vorbildcharakter für die regionale Pflege des literarischen Erbes", betonte der Staatssekretär. Für das Kernerhaus seien im Zeitraum von 1981 bis 1997 insgesamt über 180.000 Euro zur Verfügung gestellt worden, die insbesondere der Renovierung und Neugestaltung des Museums, der Restaurierung von Kunstwerken und Möbeln, der Herstellung von Bücherschränken für die Kerner-Handbibliothek sowie der Einrichtung eines Archivraums gedient hätten.


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