Kritische Stimmen im Kultusministerium nicht erwünscht?

Im Kultusministerium tagt heute (12.07.) ein Runder Tisch zum Thema "Verschickung von Migrantenkindern" ohne die Vertreter/innen der Lehrerorganisationen. "Wir sind nicht eingeladen worden. Offenbar ist keine offene Diskussion geplant und kritische Stimmen sind unerwünscht", sagte am Mittwoch (12.07.) in Stuttgart Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

13.07.2006 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Die GEW, die mit 41.000 Mitgliedern die größte bildungspolitische Interessenvertretung in Baden-Württemberg ist, hatte bisher die von Kultusminister Helmut Rau vorgeschlagene Verschickung von Migrantenkindern abgelehnt. Der Plan sieht vor, Kinder an Schulen mit hohem Migrantenanteil auf andere Schulen mit weniger Kindern ausländischer Herkunft zu schicken. Die GEW schlägt stattdessen vor, die betroffenen Schulen besser auszustatten und beispielsweise bei der Lehrerzuweisung Migrantenkinder doppelt zu zählen.

"Wir hatten gehofft, dass die neue Landesregierung auf mehr Dialog setzt und die Interessenvertretungen der Lehrerinnen und Lehrer als Partner betrachtet. Offenbar soll der Runde Tisch zu ´Deutsch auf dem Schulhof" nur noch Alibi-Funktion erhalten. Wer die Interessen der Lehrerinnen und Lehrer nicht ernst nimmt, wird Reformen nicht erfolgreich umsetzen können", so Dahlem.

Am 24. Juli soll der zweite Runde Tisch zum Thema "Deutsch auf dem Schulhof" tagen. Dort sollten auch weitere Maßnahmen zur Förderungen von Schüler/innen mit Migrationshintergrund diskutiert werden.

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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