Kultusministerium hat schon vor der Prüfung des Landesrechnungshofes Maßnahmen zur Verbesserung der Unterrichtsversorgung im berufsbildenden Bereich eingeleitet

Im untersuchten Schuljahr 2000/01 wurde seitens des Kultusministeriums ein Computerprogramm zur Erhebung der Unterrichtsversorgung eingesetzt, das ausschließlich die von den Schulen eingetragenen Soll-Stunden und Ist-Stunden je Klasse zusammengefasst hat.

18.05.2004 Sachsen-Anhalt Pressemeldung Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt

Die Schulen haben die Soll-Stunden auf der Grundlage der Verordnung für Berufsbildende Schulen und der jeweils geltenden Ergänzenden Bestimmungen eingetragen. Dabei wurde stellenweise von den Schulen offenbar aus noch näher zu klärenden Gründen ein geringerer als der tatsächliche Bedarf eingetragen. Diese Eintragungen sind von den Schulbehörden seinerzeit nicht ausreichend kritisch betrachtet worden. Eine Bedarfsfeststellung und nachfolgend eine Zuweisung von Lehrerwochenstunden wurde durch das Kultusministerium nicht vorgenommen!

Aufgrund dieses unbefriedigenden Zustandes hat die neue Landesregierung für das Schuljahr 2003/04 ein neues Programm in den berufsbildenden Schulen eingesetzt, das erstmalig den Lehrkräftebedarf für die Schulen auf der Grundlage der gebildeten Klassen und unter Berücksichtigung der geltenden BbSVO einschließlich der Ergänzenden Bestimmungen feststellt. Dieser Lehrkräftebedarf wird dem vorhandenen Arbeitsvermögen gegenübergestellt und somit die Unterrichtsversorgung festgestellt. Im Schuljahr 2003/04 beträgt die Unterrichtsversorgung 92,8 v.H. Die Programmentwicklung und Programmeinführung erfolgte lange vor dem Erscheinen des Rechnungshofberichtes.

Zur Verbesserung der Unterrichtsversorgung wurden zwischenzeitlich erhebliche Anstrengungen vorgenommen. Da auch an den berufsbildenden Schulen die Schülerzahlen ab Schuljahr 2007/08 stark abnehmen, kann die Verbesserung der Unterrichtsversorgung vorrangig nur durch Maßnahmen mit vorhandenen Lehrkräften erfolgen.

So beabsichtigt das Kultusministerium durch Änderung der Arbeitszeitverordnung Anrechnungsstunden einzusparen und mehr Lehrerwochenstunden für den Unterricht einzusetzen. Durch Veränderung des Schulkontingents werden etwa 37 Stellen gewonnen. Auch diese Änderung ist bereits vor Erscheinen des Rechnungshofberichtes veranlasst worden. Weiter sollen etwa 75 Lehrkräfte aus Sekundarschulen an die berufsbildenden Schulen abgeordnet werden. Ergänzend ist die Einstellung weiterer Lehrkräfte beantragt.


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