Kunststaatssekretär Dr. Birk überreicht den Europäischen Autorenpreis des Heidelberger Stückemarktes

Kunststaatssekretär Dr. Birk hat am 13. Mai 2007 den Europäischen Autorenpreis des Heidelberger Stückemarktes überreicht. Der Preis wurde vom Wissenschaftsministerium gestiftet und ist mit 5000 Euro dotiert. Die Ehrung wurde dieses Jahr zum sechsten Mal verliehen. Sie sei zu verstehen "Als Geste der Anerkennung des Landes für die Verdienste der Theaterstadt Heidelberg", sagte Birk bei der Preisverleihung. "Der Autorenpreis dient vor allem der Unterstützung des Europäischen Gedankens und der europäischen Kultur, die das jeweilige Gastland nach Heidelberg bringt."

14.05.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Der Preis ging an das literarisch anspruchsvolle Gedächtnisstück "Amalia atmet tief ein". Die Autorin Alina Nelega, geboren 1960, gehört zu den wichtigsten Schriftstellerinnen ihrer Generation. Nelega ist Lyrikerin, Dramaturgin und Initiatorin der Foundation Dramafest, einem Projekt zur Förderung der neuen rumänischen Dramatik. Das Stück ein beschreibt die gesamte Lebensspanne einer Frau, die alle Zeitläufe der jüngeren rumänischen Geschichte mitgemacht und erduldet hat. Das Scheitern des Kommunismus, der Untergang des Systems, der Neuanfang, die Stagnation des Aufbruchs gen Westen spiegeln sich im Leben der Titelfigur.

Der Preis wurde von einer fünfköpfigen, unabhängigen Jury vergeben. Alle Nominierten berühren mit ihren Stücken Themen, die für das moderne rumänische Theater bezeichnend sind: die Auseinandersetzung mit der kommunistischen und postkommunistischen Ära und die Manipulation der Gesellschaft.

Mit Rumänien ist ein Land zu Gast beim Stückemarkt, das in diesem Jahr der Europäischen Union beigetreten ist und mit Sibiu (Hermannstadt) die Europäische Kulturhauptstadt 2007 stellt. Das Theater als wesentlicher Kulturträger spiele in Rumänien von je her eine besondere Rolle, betonte Birk. Bemerkenswert dabei sei die Tatsache, dass deutsche Theaterbühnen im südosteuropäischen Raum bis ins 18. Jahrhundert zurückzuverfolgen seien. "Über alle wechselnden Zeiten und politischen Systeme hinweg haben sich in Rumänien deutsche und rumänische Theater nebeneinander weiterentwickeln können", so Birk. In Rumänien existieren heute drei institutionelle Theater in deutscher Sprache. Das Staatstheater in Temeswar, die deutsche Abteilung des Staatstheaters in Hermannstadt und die Abteilung Figurentheater in Hermannstadt.

Baden-Württemberg engagiert sich schon seit längerem für die Kulturfreundschaft aller Anrainerstaaten der Donau. So wurde eine Studie zur Sicherung der deutschen Theater im Auftrag der Donauschwäbischen Kulturstiftung des Landes Baden-Württemberg im Jahr 2005 vorgelegt. 1990 wurden erste Theaterkontakte von der Badischen Landesbühne Bruchsal nach Rumänien geknüpft. Eine offizielle Partnerschaft zwischen dem Theater Temeswar und der Badischen Landesbühne besteht seit 2005/2006.

Im Bereich der Bildenden Kunst ging die 2006 an mehreren Stationen gezeigte Ausstellung "Donau - Eine Künstlerreise zum Schwarzen Meer" an mehreren Stationen auf die Reise die Donau entlang.

Im literarischen Bereich ist eine Spende im Umfang von 4.000 Büchern des Landes Baden-Württemberg und des Börsenvereins des deutschen Buchhandels an die Bibliothek "Alexander Titz" in Reschitza im vergangenen April zu nennen.


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