Land genehmigt Verkauf des Mittelalterlichen Hausbuchs

Das Land hat den Verkauf des Mittelalterlichen Hausbuchs durch Johannes Fürst zu Waldburg-Wolfegg an einen Käufer in Bayern genehmigt. Im Gegenzug will der Käufer das Hausbuch für bedeutende Landesausstellungen in Baden-Württemberg und auch für bedeutende Forschungsvorhaben zur Verfügung stellen. "Das Land hat mit dem Käufer eine Verständigung erreicht, die den rechtlichen Vorgaben entspricht und den Interessen der Öffentlichkeit wie auch der Wissenschaft gerecht wird", sagten Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg und Wirtschaftsstaatssekretär Richard Drautz am Dienstag (6. Mai 2008) in Stuttgart.

06.05.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

"Der Käufer ist bereit, das Hausbuch im Einvernehmen mit dem Wissenschaftsministerium für bedeutende Landesausstellungen des Landes Baden-Württemberg und für bedeutende Forschungsvorhaben zur Verfügung zu stellen. Vergleichbare Zusagen gab es von Seiten des bisherigen Eigentümers nicht. Für die Belange der Öffentlichkeit und der Wissenschaft ist mehr erreicht worden, als dies zuvor der Fall war", hob der Wissenschaftsminister hervor.

"Der Verkauf wird nach den Bestimmungen des Kulturgutschutzgesetzes und des Beschlusses des Oberlandesgerichts Stuttgart aus dem Jahr 1956 vollzogen", sagten Frankenberg und Drautz. Der Käufer habe schriftlich erklärt, dass das Hausbuch auch künftig in Deutschland bleibe. Die Umtragung in der Kulturgutschutzliste sei veranlasst. "Der Käufer bietet außerdem die Gewähr dafür und hat dies ausdrücklich zugesichert, dass das Hausbuch konservatorisch sicher und angemessen aufbewahrt wird", erklärte Richard Drautz. Das Regierungspräsidium Tübingen als höhere Denkmalbehörde habe daher keinen Grund gehabt, der Veräußerung die - nach dem Beschluss des Oberlandesgerichts Stuttgart erforderliche - Genehmigung zu versagen.

Auf das nach dem Beschluss des Oberlandesgerichts Stuttgart vorgesehene Vorkaufsrecht habe das Land im Zuge der Verständigung verzichtet. "Wir haben die Option des Vorkaufsrechtes sorgfältig erwogen. Ein Ankauf durch das Land wäre mit Blick auf das Ziel der Haushaltskonsolidierung nicht darstellbar gewesen und zu Lasten anderer kunst- und kulturpolitischer Vorhaben gegangen", so Frankenberg. Das Land habe auch berücksichtigt, dass sich zahlreiche hochrangige Kulturgüter in privater Hand befinden. Es übersteige die finanziellen Möglichkeiten des Landes, sich immer dann zu engagieren, wenn private Veräußerungen anstünden.

Über die Person des Käufers und die Konditionen des Verkaufs könne die Landesregierung keine näheren Angaben machen. Es handele sich um ein privates Veräußerungsgeschäft. Die Landesregierung habe in den Verhandlungen Vertraulichkeit zugesichert.

Der Wissenschaftsminister appellierte an die besondere Verantwortung privater Eigentümer im Umgang mit Kulturgütern. "Privates Eigentum an Kulturgütern birgt auch Verpflichtungen", sagte Frankenberg.


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