Landesmittel für langsame Windhunde

"Das Land Baden-Württemberg muss zusätzliche Mittel für den Ausbau von Ganztagesangeboten bereitstellen. Das Windhundprinzip ist falsch und führt zur ungleichen und ungerechten Verteilung der Bundesmittel. Alle Schulträger, die mit Lehrkräften, Eltern sowie Schülerinnen und Schülern Konzepte entwickelt haben, müssen bis zum Jahr 2006 die Möglichkeit erhalten, mit dem Ganztagsbetrieb zu starten", sagte am Montag in Stuttgart Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Die GEW unterstützt damit den baden-württembergischen Städtetag, der am Wochenende ebenfalls zusätzliche Landesmittel forderte.

13.06.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

2005 haben sich 508 Schulen um die Fördergelder der Bundesregierung beworben. Die Zuschüsse in Baden-Württemberg werden nach dem zeitlichen Eingang der Anträge ("Windhundprinzip") verteilt. Inhaltliche Aspekte wurden nicht berücksichtigt. Voraussichtlich werden 2005 nur 159 Schulen Zuschüsse erhalten. Um die Vorhaben der 349 weiteren Schulen finanzieren zu können, würden mindestens 319 Millionen Euro benötigt. Während im Regierungsbezirk Südwürttemberg 20,3 Prozent der Schulen Bundesmittel erhalten sollen, sind es in Nordwürttemberg 11,1, in Nordbaden 6,8 und in Südbaden nur 6,1 Prozent der insgesamt 5.301 antragsberechtigten Schulen.

Die GEW lehnt auch Oettingers Vorschläge ab, Ganztagesschulen nur mit ehrenamtlichen "Jugendbegleitern" und als freiwilliges Angebot einzurichten. "Ganztagsschule ist mehr als vormittags Unterricht wie gehabt, anschließend Suppenküche und am Nachmittag ein bisschen Betreuung für diejenigen, die das wollen. Wir wollen bessere Schulen und dafür brauchen wir auch zusätzliches pädagogisches Personal", so Dahlem.

Weitere Informationen:

www.gew-bw.de

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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