Lehrerausbildung: Mastercard für alle

Für einen Masterabschluss für alle Lehrkräfte setzte sich Dr. Kai Niemann, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Donnerstag, den 08.09.05, auf einer GEW-Veranstaltung an der Universität Flensburg ein. "Kleine Kinder dürfen nicht länger von kürzer ausgebildeten und schlechter bezahlten Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet werden. Egal ob an Grund-, Haupt-, Sonder-, Real-, Berufsschulen oder Gymnasium: Alle Lehrkräfte brauchen eine qualifizierte wissenschaftliche Ausbildung. Deshalb plädieren wir für den Master-Abschluss für alle Schulformen und Schulstufen."

08.09.2005 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

Um den wachsenden Anforderungen an den Lehrerberuf besser gerecht zu werden, sollten die Studierenden schon frühzeitig die Schule von innen kennen lernen, sagte der GEW-Landesvorsitzende. "Wir müssen ihnen während der Schulpraktika die Chance für eigene Unterrichtsversuche geben. Das beinhaltet aber auch eine angemessene Betreuung durch die Universität", regte Kai Niemann an. Bei ihrer "völlig unzureichenden personellen Ausstattung" seien die Universitäten jedoch nicht in der Lage, die Studierenden während ihrer schulpraktischen Studien vernünftig zu betreuen. So stünden nach Informationen der GEW an der Universität Kiel noch nicht einmal eine Hand voll Personen für die Betreuung von mehreren hundert Lehramtsstudierenden der Lehrämter für Gymnasien und für Realschulen zur Verfügung. Auch in Flensburg sehe es kaum besser aus. Dazu komme das Problem, dass die umliegenden Schulen nicht ausreichten, um die zu erwartende Flut von Praktikanten aufzunehmen und zu betreuen.

Der GEW-Landesvorsitzende sieht für die Studierenden bei der Einführung der Bachelor- und Masterabschlüsse noch viele Unklarheiten und Informationsdefizite. So gebe es beispielsweise vier Wochen vor Semesterbeginn an der Universität Flensburg immer noch kein Vorlesungsverzeichnis. "Diese Defizite müssen schleunigst beseitigt werden, damit die Studierenden sich ganz auf ihr Studium konzentrieren können", hält Kai Niemann eine bessere Information der Studierenden für dringend erforderlich.

Ansprechpartner

GEW Schleswig-Holstein

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