Leverkusener Forscher für seine Erfindungen ausgezeichnet

Dr. Klaus Grohe (71), von 1965 bis 1997 als Forschungschemiker bei der Bayer AG in Leverkusen, ist heute (9.12.2005) mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (Erstauszeichnung) ausgezeichnet worden.

09.12.2005 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen

"Ihre Forschungsarbeiten stellen einen Meilenstein bei der Entwicklung von hochwirksamen Antibiotika dar. Es ist Ihrem Engagement zu verdanken, dass mehrere hundert Millionen Menschen in aller Welt mit dem von Ihnen entwickelten Präparat erfolgreich behandelt wurden und werden", sagte NRW-Innovationsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart anlässlich der Urkunden-Übergabe. "Beeindruckend ist, wie Sie sich mit Ihrem Forschergeist auch gegen Widerstände durchgesetzt haben."

Dr. Grohe studierte und promovierte an der Würzburger Julius-Maximilians-Universität. 1965 begann er seine berufliche Tätigkeit im Wissenschaftlichen Hauptlaboratorium der Bayer AG in Leverkusen. Bei seinen Projekten in der Pharmaforschung entwickelte er eine spezielle Methode der Synthetisierung, das nach ihm benannte "Grohe-Verfahren", mit dessen Hilfe gut wirksame Varianten von Antibiotika hergestellt werden können. Am Ende einer langen Kette von Versuchen seit 1981 erfand Dr. Grohe das Breitband-Antibiotikum Ciprofloxacin, das auch heute noch eines der weltweit meistverkauften Antibiotika ist. Durch die Nachfrage nach dem neuen Medikament entstanden Tausende von Arbeitsplätzen in Deutschland. Neue Aufmerksamkeit fand das Medikament in Folge der Anthrax-Anschläge des Jahres 2001, weil es das einzige zugelassene Milzbrand-Therapeutikum weltweit ist.

Dr. Grohe ist auch im Ruhestand seiner Leidenschaft als Forscher treu geblieben. Im Jahr 2001 gründete er gemeinsam mit seiner Ehefrau Eva die Klaus-Grohe-Stiftung, in die er seine Erfindervergütung für die von ihm entwickelten Arzneimittel einbrachte. Das Stiftungsvermögen beträgt 200.000 Euro. Ziel der Stiftung ist es, hochqualifizierte Wissenschaftler für die Wirkstoffforschung zu interessieren. 2004 wurden zum ersten Mal drei junge Forscher für herausragende Doktorarbeiten mit dem mit 2.000 Euro dotierten"Klaus-Grohe-Preis für medizinische Chemie" ausgezeichnet. Außerdem stiftete Dr. Grohe mit seiner Ehefrau den mit 20.000 Euro dotierten "Eva und Klaus Grohe-Preis", der von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften im Jahr 2004 an herausragende junge Wissenschaftler verliehen wurde.

Hinweis für Redaktionen: Auf Anfrage stellen wir Ihnen gerne ein Foto von der Urkunden-Übergabe in Druckqualität zur Verfügung.


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