Mehr Vielfalt in der Ausbildungslandschaft

Der Senat hat heute den Entwurf eines Berufsakademiegesetzes beschlossen. Damit wird auch der Weg frei für ein zukunftsweisendes Projekt der Handwerkskammer Hamburg: Die Kammer will gemeinsam mit anderen norddeutschen Kammern eine Berufsakademie gründen, die ihren Studienbetrieb im Herbst 2006 aufnehmen soll.

29.03.2005 Hamburg Pressemeldung Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Hansestadt Hamburg

Wissenschaftssenator Jörg Dräger, Ph.D.: "Hamburgs Stärke ist die differenzierte Hochschul- und Bildungslandschaft. Berufsakademien sind eine begrüßenswerte Erweiterung dieser Vielfalt und damit eine Stärkung des Standorts. Duale Ausbildungsgänge gewinnen an Bedeutung und bieten eine Alternative zum klassischen Hochschulstudium. Eine Berufsakademie der Handwerkskammer wäre eine Bereicherung für Hamburg."

Berufsakademien sind Ausbildungsstätten des tertiären Bildungsbereichs, die eine so genannte duale Ausbildung als Alternative zu einem Hochschulstudium anbieten. Lernorte sind dabei die Berufsakademie selbst, die ein theoretisches Studium anbietet, sowie ein Betrieb, bei dem der/die Studierende eine auf das theoretische Studium abgestimmte praktische Ausbildung absolviert. Im Unterschied zu Hochschulen haben Berufsakademien eine andere Personalstruktur und in der Regel keine akademische Selbstverwaltung. Zurzeit gibt es Berufsakademien bereits in Baden-Württemberg, Berlin, Hessen, Niedersachsen, dem Saarland, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen. Voraussetzung für die Gründung von Berufsakademien ist ein entsprechendes Landesgesetz, das der Senat nun auf den Weg gebracht hat.

Der Gesetzentwurf erstreckt sich auf Berufsakademien in staatlicher und nicht-staatlicher Trägerschaft. Die Gründung einer staatlichen Berufsakademie ist in Hamburg zurzeit allerdings nicht geplant. Der Gesetzentwurf regelt die folgenden Eckpunkte:

  • Abschluss Bachelor
  • Inhaltliche Anforderungen, die die mindestens dreijährige duale Ausbildung erfüllen muss (Modularisierung, Leistungspunktesystem, Abschlussprüfung)
  • Pflicht zur Akkreditierung der Studiengänge
  • Mindestanforderungen an die Personalstruktur
  • Staatliches Anerkennungsverfahren bei nichtstaatlichen Berufsakademien
  • Namensschutz des Begriffs "Berufsakademie"

Die Handwerkskammer möchte mit ihrer geplanten Berufsakademie eine Ausbildung anbieten, die insbesondere für Abiturienten und Inhaber der Fachhochschulreife attraktiv ist: Die Studierenden absolvieren einen betriebswirtschaftlichen Studiengang mit dem Abschluss Bachelor, der berufs- und hochschulrechtlich dem Bachelor einer Fachhochschule gleichwertig ist. Absolventen könnten daher auch ein Master-Studium aufnehmen. Parallel soll eine Handwerksausbildung angeboten werden, die mit dem Gesellenbrief abschließt.

Senator Dräger, Ph.D.: "Berufsakademien verbinden auf zukunftsweisende Art Elemente der Berufsbildung und der Hochschulausbildung. Für Teilnehmer an solch einem Ausbildungsgang gibt es mehr Weiterentwicklungsoptionen: Denn Berufsakademie-Absolventen haben die gleichen Möglichkeiten wie entsprechende Hochschulabsolventen. Die höhere Durchlässigkeit, wie sie das Bachelor-Master-System bietet, halte ich für richtig und sinnvoll."

Nach dem Senatsbeschluss wird der Gesetzentwurf nun der Bürgerschaft zur Beratung und Abstimmung zugeleitet. Das In-Kraft-Treten des Gesetzes ist zum 1. Juni 2005 geplant.


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