Neues Forschungsförderprogramm BW-FIT

Baden-Württemberg will die Informationswissenschaften weiter fördern. Mit dem neu aufgelegten "Förderprogramm Informationstechnik Baden-Württemberg" (BW-FIT), das ein Gesamtvolumen von zwölf Mio. Euro haben soll, werden zukunftsweisende Forschungsvorhaben unterstützt, die von besonderer strategischer Bedeutung für das Land sind.

22.02.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Die aktuelle Ausschreibung umfasst die Gebiete

  • Beherrschbarkeit von Systemen (als übergreifendem Querschnittsthema)

 

  • Ubiquitous/Pervasive Computing (allgegenwärtige, in Alltagsgegenstände eingebettete Rechner bzw. Informations- und Kommunikations-Systeme)

 

  • Zuverlässigkeit und Qualität in Kommunikationsnetzen

 

  • Human-Centered Engineering (Nutzerorientiertes Gestalten von Programmen und Systemen) sowie die

 

  • Bioanaloge Informationsverarbeitung.

Die Auswahl der Themen erfolgte auf der Basis einer Querschnittsevaluation des Landesforschungsbeirats, der die Informationswissenschaften an allen baden-württembergischen Universitäten wie auch die überregionale Entwicklung des Fachgebiets analysiert hatte.

"Mit BW FIT sollen leistungsfähige und international sichtbare Forschungsverbünde entstehen, die im Wettbewerb bestehen können. Deshalb beschränkt sich das Programm nicht auf einzelne Forschungsprojekte. Eine Förderung kann vielmehr nur erfolgen, wenn mindestens drei Arbeitsgruppen ihre Kompetenzen bündeln und sich zu einem Forschungsverbund zusammenschließen", erklärte Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg am 22. Februar in Stuttgart. "Damit wollen wir internationalen Maßstäben quantitativ und qualitativ gerecht werden", so Frankenberg weiter. Über die Einrichtung der Forschungsverbünde und die Auswahl der darin geförderten Projekte entscheidet eine unabhängige Jury Mitte des Jahres.

"Mit der Einrichtung von BW-FIT tragen wir der Bedeutung der Informations- und Kommunikationstechnologien als einer zentralen Schlüsseltechnologie des späten 20. und des 21. Jahrhunderts Rechnung", betonte der Minister. Er wies darauf hin, dass der Anteil informationstechnischer Hard- und Software an der Wertschöpfung weiterhin stetig steige und dass mittlerweile über 80 Prozent der deutschen Exporte vom Einsatz moderner Informationstechnologien und elektronischer Systeme abhingen. Frankenberg: "Damit Baden-Württemberg im informationswissenschaftlichen Forschungswettbewerb bestehen kann, haben wir ein sorgfältig aufeinander abgestimmtes Bündel von Maßnahmen zusammengestellt."

Als besonders dringlich bezeichnete Frankenberg den Ausbau sowie die Bündelung und Vernetzung von Kompetenzen, die zur Verbesserung der "Beherrschbarkeit von Systemen" und dabei zu einem grundlegenden Verständnis dieser Querschnittsthematik beitragen: "Da sich informationstechnische Systeme und Netzwerke mit wachsender Komplexität einem analytischen Verständnis und ihrer genauen Funktionsweise entziehen, droht ein Verlust der Beherrschbarkeit dieser Systeme durch den Anwender", so Frankenberg. Dies sei mit immensen Aufwand für die System-Administration verbunden, der die Anschaffungspreise mittlerweile weit übersteige. Hinzu kämen die mangelnde Benutzerfreundlichkeit, die Gefahr von Systemausfällen oder überraschend auftauchende Sicherheitsmängel, durch die sich die Kosten-Nutzen-Relation weiterer informationstechnischer Innovationen verschlechtere. Frankenberg: "Mit dem Programm BW FIT wollen wir zum Schließen dieser Schere zwischen technischer Realisation und analytischem Verständnis beitragen."

Mit der aktuellen Ausschreibung im Rahmen des neuen, insgesamt zwölf Mio. Euro umfassenden Förderprogramms BW-FIT setzt das Land in einem weiteren Schritt die Empfehlungen des Landesforschungsbeirates um, die das Gremium anlässlich der Evaluierung der Informationswissenschaften an den baden-württembergischen Universitäten im Jahr 2002 unterbreitet hatte: So wird beispielsweise bereits das Forschungsgebiet "Content Engineering" im Rahmen der Verbundforschung Wissensmanagement und eines Forschungsverbundes Unternehmenssoftware gefördert. Für die beiden Projekte wurden zusammen 7,5 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Das erste deutsche Zentrum für Modellierung und Simulation in den Biowissenschaften (BIOMS) konnte in Public-Private-Partnership mit der Tschira-Foundation in Heidelberg eingerichtet werden. Insgesamt wurden im Rahmen der Zukunftsoffensive III für die Stärkung der Bioinformatik Mittel in Höhe von 7,7 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Entsprechend den Empfehlungen des Landesforschungsbeirates wurde auch in den Ausbau des Höchstleistungsrechner-Kompetenzzentrum (hkz-bw) an den Universitäten Karlsruhe und Stuttgart investiert. Dieses soll über den Betrieb der Rechner hinaus um eine Forschungskomponente ergänzt werden, um neue Nutzer aus verschiedensten wissenschaftlichen Disziplinen an das Höchstleistungsrechnen heranzuführen. Hierfür stellen die Universitäten und das Land in den ersten fünf Jahren Personalmittel in Höhe von 7,5 Mio. ? zur Verfügung.

Der Bericht des Landesforschungsbeirates ist abrufbar unter www.mwk.baden-wuerttemberg.de/Aktuelles/Publikationen_index.html. Weitere Informationen zur Ausschreibung des Förderprogramms Informationstechnik BW-FIT sind abrufbar unter www.mwk.baden-wuerttemberg.de/Aktuelles/Ausschreibungen/Ausschreibungen.htm.


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