Neues Suchtzentrum am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim eröffnet

Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg hat die Bedeutung des neuen Suchtzentrums des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit herausgestellt. "Das Suchtzentrum schafft mit seiner zusätzlichen Fläche von rund 1.000 Quadratmetern neuen Raum für die Ausweitung der Forschungsaktivitäten und Versorgungsleistungen auf die teilstationäre und tagesklinische Behandlung von Suchtpatienten", erklärte Frankenberg beim Festakt zur Eröffnung des Zentrums am 9. Juni in Mannheim.

09.06.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Die Tagesklinik mit 20 Plätzen werde die Lücke zwischen der rein ambulanten und der stationären Behandlung schließen. Die dort untergebrachten Forschungsgruppen würden zu unterschiedlichen Fragen des Suchtverhaltens und der damit verbundenen Therapieansätze forschen. "Ziel ist es, neue Wege einer verbesserten Behandlung zu finden und diese wissenschaftlich zu evaluieren. Hier ist vor allem an die große Gruppe der rund 1,5 Mio. Medikamentabhängigen gedacht", sagte der Minister.

Die Kosten für Sanierung und Umbau des Suchtzentrums beliefen sich auf 2,9 Mio. Euro. 1,7 Mio. Euro entfielen auf Bund und Land. Hinzu kamen Zuschüsse des Sozialministeriums (720.000 Euro) und der Stadt Mannheim (510.000 Euro). Die Bauzeit betrug zwei Jahre.

"Nach aktuellen Schätzungen sind rund fünf Prozent der Deutschen suchtkrank, die Dunkelziffer ist wahrscheinlich noch viel höher. Leider hat die Suchtforschung allerdings erst seit einigen Jahren eine größere Beachtung gefunden", betonte Frankenberg. Es sei eine Besonderheit, dass es in Mannheim den bundesweit einzigen Lehrstuhl für Suchtmedizin gebe, der mit Prof. Dr. Karl Mann sehr kompetent besetzt sei. "Prof. Mann wurde in den Drogen- und Suchtrat des Bundesministeriums für Gesundheit berufen und ihm wurde darüber hinaus die Präsidentschaft des Weltkongresses für biomedizinische Alkoholforschung übertragen", sagte der Minister. Die Klinik habe daher alle Voraussetzungen, um noch vielen Alkoholkranken die Tür zu einer besseren, suchtfreien Zukunft zu öffnen.

Die Landesregierung habe bereits früh die zunehmende Bedeutung der Suchtforschung erkannt, erklärte Frankenberg. "Gemeinsam mit anderen Geldgebern fördern wir bereits seit einigen Jahren die Aktivitäten des Suchtforschungsverbundes Baden-Württemberg, dem das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit sowie die Universitäten Heidelberg und Freiburg angehören. Ziel des Suchtforschungsverbundes ist es, das Zusammenspiel zwischen der Erforschung und der Versorgung von Suchtkranken zu verbessern, das Erkrankungsrisiko zu senken sowie den Krankheitsverlauf zu verbessern."

Der Suchtforschungsverbund hat sich vor vier Jahren erfolgreich als einer von insgesamt 16 Verbünden für das BMBF-Programm "Gesundheit 2000" beworben und wird nun bis zum Jahr 2007 weiter gefördert. Der Bund stellt für den Verbund insgesamt 6,7 Mio. Euro zur Verfügung. Hinzu kommen Landesmittel für sechs Jahre in Höhe von rund 950.000 Euro. Die Mittel sind im Wesentlichen für den Aufbau einer DNA-Bank vorgesehen, die auch verbundübergreifend einem intensiveren Studium der genetischen Grundlagen des Suchtverhaltens dienen soll.


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