New Yorker Gericht spricht in erster Instanz Eigentum an "Augsburger Geschlechterbuch" dem Land Baden-Württemberg zu

Ein New Yorker Gericht hat gestern in einer erstinstanzlichen Entscheidung das sogenannte "Augsburger Geschlechterbuch" dem Land Baden-Württemberg zugesprochen. Der zur Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart gehörende Band mit Zeichnungen und Radierungen aus dem 16. Jahrhundert war am Ende des zweiten Weltkrieges zunächst verloren gegangen und ist später in den Vereinigten Staaten wieder aufgetaucht. Das Land Baden-Württemberg hat darauf Eigentumsansprüche geltend gemacht.

24.03.2009 Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Kunststaatssekretär Dr. Dietrich Birk: "Ich freue mich sehr über diese Entscheidung und hoffe, dass es bald zu einer Rückgabe kommen kann. Der Band ist ein wichtiger Teil der Sammlung der Stuttgarter Staatsgalerie. Wir werden jetzt mit unseren amerikanischen Anwälten die Folgerungen aus der Gerichtsentscheidung erörtern, insbesondere mit Blick auf mögliche Rechtsmittel."

Das Augsburger Geschlechterbuch enthält 43 Zeichnungen und 53 Radierungen. Es entstand Mitte des 16. Jahrhunderts in der damaligen Reichsstadt Augsburg und zeigt Wappenschilde, gehalten von verschiedenen fantasievoll dargestellten Figuren. Sein Zweck war es, den Rang und Status wappenführender Familien prunkvoll zu repräsentieren.

Der Band aus den Beständen der Staatsgalerie Stuttgart war während des zweiten Weltkrieges nach Schloss Waldenburg/Hohenlohe ausgelagert. Nachdem er von dort am Ende des zweiten Weltkrieges abhanden und in die Vereinigten Staaten gelangt war, wurde er 2004 bei Sotheby´s zur Versteigerung eingeliefert. Versuche der deutschen Botschaft, zu einer Einigung mit dem heutigen Besitzer zu kommen, hatten keinen Erfolg. Darauf kam es zu einer gerichtlichen Klärung, die jetzt zu Gunsten des Landes Baden-Württemberg entschieden wurde (United States District Court, Southern District of New York, Case 1:04-cv-10067-TPG).


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