Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik geht postum an Nicolas Born

Der 1979 verstorbene Autor Nicolas Born hat postum den mit 10.000 Euro dotierten Peter-Huchel-Preis erhalten. Ausgezeichnet wurde der Band "Gedichte", den seine Tochter Katharina Born im Jahr 2004 herausgegeben hat. Kunststaatssekretär Michael Sieber (MdL) würdigte die im Wallenstein-Verlag erschienene Veröffentlichung als "die herausragende Neuerscheinung des Jahres 2004".

03.04.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

"Die Literaturkritik hat den Band sehr positiv aufgenommen. Dazu haben nicht nur die vorzüglichen editorischen Leistungen und die zahlreichen erstmals publizierten Gedichte beigetragen. Wichtig war auch die Neuakzentuierung und subtile Korrektur des Born-Bildes", erklärte der Staatssekretär bei der Preisverleihung am 3. April in Staufen. Die Gedichte von Nicolas Born lieferten einen hervorragenden Beleg dafür, wie die Lyrik in hochkonzentrierter Form die Befindlichkeit des Einzelnen, der Gesellschaft und der Zeit auszudrücken vermag. "Ich bin davon überzeugt, dass der Gedichtband dazu beitragen wird, die literarische Erinnerung an Nicolas Born lebendig zu halten."

Nicolas Born wurde am 31. Dezember 1937 in Duisburg geboren und gehörte mit Peter Handke, F. C. Delius und Rolf Dieter Brinckmann zu den zeitkritischen Vertretern der Neuen Subjektivität. Er verstarb am 7. Dezember 1979 an einer Krebserkrankung. Zum Werk des Autors gehören die Romane "Die erdabgewandte Seite der Geschichte" (1976) und "Die Fälschung" (1979) sowie mehrere Gedichtbände und Hörspiele.

Der Peter-Huchel-Preis wurde 1983 vom Südwestdeutschen Rundfunk (SWR) und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gestiftet und gehört zu den bedeutendsten deutschen Lyrikpreisen. Ausgezeichnet wird ein im zurückliegenden Jahr erstmals in Druckform erschienenes Werk, das einen besonders bemerkenswerten Beitrag zur Entwicklung der deutschsprachigen Lyrik geleistet hat. Zu den Preisträgern gehören Guntram Vesper, Ernst Jandl, Sarah Kirsch, Wolfgang Hilbig, Rolf Haufs und Hans Thill. Der Preis erinnert an den 1981 in Staufen gestorbenen Lyriker Peter Huchel. Er wird jährlich am Geburtstag des Namensgebers am 3. April verliehen.


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