"PISA-Ergebnisse sind im Wahlkampf tabu!"

"Es ist in höchstem Maße bedenklich, wenn die Kultusministerkonferenz Teilergebnisse der aktuellen PISA E 2003-Studie bereits am 14. Juli veröffentlichen will. In diesem Stadium sind nur Vermutungen, Spekulationen und üble Zahlenakrobatik möglich", betonten Marianne Demmer, stellvertretende Bundesvorsitzende der GEW, und Helmut Oskar Brückner, Landesvorsitzender der GEW Bayern, gestern anlässlich einer Pressekonferenz in München.

13.07.2005 Bayern Pressemeldung GEW Bayern

Nach Ansicht der GEW werden am morgigen Donnerstag bloße Rankings in der PISA-Länderstudie publiziert. Das führe aber weder zu einem besseren Verständnis insgesamt, noch zu der dringend notwendigen Versachlichung der Diskussion um die Zukunft der Bildung in Deutschland. Zudem laufe damit eine wesentliche Funktion der PISA-Untersuchungen ins Leere: die Situation des Bildungs- und Schulsystems auch in Bayern konstruktiv und nachhaltig zu verbessern.

Brückner: "Wir warnen davor, das vermeintlich bessere Abschneiden allein aufgrund von Duchschnittswerten einzelner Bundesländer als Erfolg deren Landespolitik zu verkaufen." Demmer: "Auch in Bayern besteht kein Grund zum Schulterklopfen. Die Landesregierung muss schwere Versäumnisse in der Bildungspolitik einräumen - beispielsweise die Tatsache, dass Bayern den geringsten Prozentsatz an Schülern aufweist, die das Gymnasium erreichen. Die strikte und frühe Selektion im Bildungssystem sorgt dafür, dass Kinder und Jugendliche niedrigerer Bildungs- und Einkommensschichten signifikant geringere Bildungschancen haben." In Bayern sei der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Schulerfolg nach wie vor am engsten von allen Bundesländern; bisher gebe es keine einzige gezielte Maßnahme dagegen.

Die GEW empfiehlt, die Ergebnisse der aktuellen PISA E-Studie auch danach zu bewerten, ob die Bundesländer ihr Potenzial ausschöpfen und ob sie bereits erkannte Schwachpunkte verbessern.

Sie wehrt sich an dieser Stelle auch gegen Lob von der falschen Seite: "Der CSU-Abgeordnete Waschler irrt, wenn er meint, die neue GEW-Studie zu den unterschiedlichen Lebensverhältnisseen in Deutschland bestätige Bayerns Weg", erklärte Brückner. "Im Gegenteil: Wenn Bayern trotz guter Voraussetzungen keinen ernsten Versuch unternimmt, gleiche Bildungschancen im Lande herzustellen, ist das um so schlimmer."

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GEW Bayern

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