Präventive Gewaltbekämpfung endlich anpacken!

"Es ist absolut richtig, Gewaltprobleme an der Schule öffentlich zu machen und Unterstützung einzufordern", kommentieren für den Verband Bildung und Erziehung (VBE) Bundesvorsitzender Ludwig Eckinger und Berlins Landesvorsitzender Helge Dietrich den Fall der Berliner Rütli-Schule. Es sei skandalös von der Politik, Schulen so lange allein zu lassen, bis es lichterloh brenne, betonen beide. Ein solcher Fall wie in Berlin sei auch in anderen Kommunen denkbar. Der VBE macht sich seit langem dafür stark, alle Schulen in Unterstützungssysteme einzubinden. Zuletzt hatten VBE und Deutsche Polizeigewerkschaft gemeinsam flächendeckende und abgestimmte präventive Bekämpfungsstrategien gegen Kinder- und Jugendgewalt gefordert. "Doch der Fokus der Schulbehörden wird mehr denn je aufs Messen und Wiegen der Schulen gelegt", kritisiert Ludwig Eckinger. "Unterstützungssysteme finden bis heute unter dem Druck der Länderfinanzminister keinen Rückhalt in der Schulpolitik der Länder."

30.03.2006 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE)

"Schulen wird aus Kostengründen die personelle Auszehrung verordnet, aber gleichzeitig erwartet, dass von den Lehrerinnen und Lehrern offene gesellschaftliche Probleme wie die Integration von Migranten pädagogisch gelöst werden", so Helge Dietrich. "Die Lehrerinnen und Lehrer lehnen es ab, dafür an den Pranger gestellt zu werden, wie das immer wieder geschieht." Landesvorsitzender Dietrich stellt klar: "Schulen müssen Schulsozialarbeiter bekommen, bevor alles zu spät ist." Weiter kritisiert er, dass die Fortbildungsangebote zur Gewaltprävention völlig unzureichend sind.

VBE-Bundesvorsitzender Eckinger mahnt die bundesdeutschen Kommunen, den Trend zur Gettoisierung zu stoppen. "Durch eine gezielte Strukturentwicklung müssen Separationen nach ethnischen und schichtenspezifischen Gesichtspunkten eingedämmt werden. Eine Aufspaltung wie in Berlin-Neukölln nach sozialem und ethnischem Status führt auf Dauer zu einer Bedrohung des demokratischen Gemeinwesens und lähmt den Schulbetrieb. Verschärfte soziale und kulturelle Disparität kann an einer einzelnen Schule nicht ausgeglichen werden." Zwar würden sich Lehrerinnen und Lehrer sehr engagieren, aber gesellschaftliche Fehlentwicklungen könnten Schulen allein nicht lösen. Der VBE-Bundesvorsitzende fordert: "Schulen müssen Teil eines pädagogischen Netzwerks werden, in dem Einrichtungen der Jugendhilfe, der medizinischen und psychologischen Versorgung, die Kirchen und die Polizei mit den Eltern und der Schule zusammenarbeiten – damit die Schulen nicht auf sich allein gestellt bleiben."


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