Präventives Förderprogramm für sozial benachteiligte Kinder und ihre Familien - Modellphase erfolgreich abgeschlossen

Rund 200 VertreterInnen von Kommunen und Trägern der sozialen Wohlfahrtspflege sowie FamilienforscherInnen aus ganz Deutschland haben am 14. und 15. September auf der Tagung des Deutschen Jugendinstituts (DJI) "Früh übt sich ." in München Gelegenheit, ein innovatives, präventives Förderprogramm für zweijährige Kinder und deren Eltern aus sozial benachteiligten Familien kennen zu lernen. Das in den Niederlanden entwickelte und dort flächendeckend eingesetzte Konzept "Opstapje - Schritt für Schritt" geht mit präventiven Hausbesuchen völlig neue Wege. Den Ersteinsatz in Bremen (DRK) und Nürnberg (AWO) hat das DJI wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

14.09.2004 Pressemeldung Deutsches Jugendinstitut e.V.

Auftraggeber waren das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und das Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen. Auf der bundesweiten Tagung, die in der Zentrale der LBS Bayerische Landesbausparkasse stattfindet, berichten die Münchner Forscherinnen über die Projektergebnisse. Die konzeptionelle Weiterentwicklung und Adaption des Programms für den breiten Einsatz in Deutschland wurde durch die finanzielle Unterstützung der LBS ermöglicht, die dafür anlässlich ihres 75-jährigen Jubiläums 100.000 Euro zur Verfügung stellte.

Das neue Förderprogramm heißt im holländischen Original "Opstapje" und richtet sich an sozial benachteiligte deutsche Familien und Migrantenfamilien. Es dauert zwei Jahre. Laienhelferinnen werden systematisch geschult, um Eltern und Kinder in deren heimischer Umgebung mit Möglichkeiten spielerischen Lernens vertraut zu machen. "Mit dieser 'Gehstruktur' werden Familien erreicht, die andere Angebote der Familienbildung und Erziehungshilfe nicht in Anspruch nehmen, weil sie Angst vor staatlicher Kontrolle haben und befürchten, in der Wahrnehmung ihrer Erziehungsaufgabe als inkompetent eingestuft zu werden", erläutert Prof. Dr. Thomas Rauschenbach, Direktor des Deutschen Jugendinstituts, beim Pressegespräch im Haus der LBS. Er betont, dass "Opstapje" mit seinem präventiven Hausbesuchskonzept völlig neue Wege geht, da es erstmals einen kontinuierlichen Zugang zu bildungsbenachteiligten Familien eröffnet, die über längere Zeit mit einem bedarfsgerechten Bildungsangebot begleitet werden können. "So stärkt das Programm die Kompetenzen und Ressourcen der Eltern und unterstützt ihre Kinder dabei, Entwicklungsrisiken, die durch den sozioökonomischen Kontext bedingt sind, ein Stück weit auszugleichen", resümiert Rauschenbach. Mit Hilfe der LBS habe dieser viel versprechende Ansatz nun weiterentwickelt werden können.

Das Engagement der LBS ist Teil ihrer Jubiläumsinitiative "Ein Zuhause für Generationen", die sich außerdem der Gewaltprävention in Grundschulen und Kindergärten widmet. "Wir haben diese Initiative ins Leben gerufen, um uns bei den Menschen in Bayern, von denen viele unsere Kunden sind, für ein Dreivierteljahrhundert erfolgreiches Bestehen zu bedanken", sagt Dr. Franz Wirnhier, Sprecher der LBS-Geschäftsleitung. "Als Bausparkasse der Sparkassen sehen wir uns in der Verantwortung, einen Beitrag zum Funktionieren der Gesellschaft zu leisten, und zwar unmittelbar vor Ort, nahe bei den Bürgern." LBS-Chef Wirnhier hofft, dass "die Kommunen durch unseren Einsatz für 'Opstapje' ein Angebot erhalten, das ihnen weiterhilft." Es sei zu wünschen, dass sie trotz ihrer angespannten Kassenlage Mittel und Wege fänden, *Opstapje - Schritt für Schritt" zu verwirklichen. "Denn wer die Bildungschancen von sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen verbessert, bietet ihnen eine Perspektive für ihre Zukunft und verringert soziale Konfliktpotenziale", so Wirnhier.

Marieluise Beck, Parlamentarische Staatsekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend betont, dass "Programme wie das von uns geförderte Modellprojekt Opstapje zeigen, wie man heute mit innovativen Methoden Eltern bei der Förderung ihrer Kinder unterstützen kann, und damit bessere Voraussetzungen für ein erfolgreiches Durchlaufen des Bildungssystems schafft." Denn es sei ein zentrales Anliegen der Bundesregierung, Familien zu stärken, damit sie ihren Bildungsauftrag erfüllen können.

Auch Johanna Huber vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen stellt die Bedeutung des Modellprojekts als zukunftsorientiertes Familienangebot heraus: "Die Erkenntnisse aus dem Modellprojekt "Opstapje - Schritt für Schritt" sind so überzeugend, dass wir die weiteren Schritte für die Implementierung diese Projektes in die Praxis politisch und fachlich nachhaltig unterstützen werden."

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Weitere Informationen: www.dji.de/opstapje


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