Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Schaper erhält Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland

Der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, hat heute dem Kardiologen und ehemaligen Direktor des Max-Planck-Instituts für physiologische und klinische Forschung, (W.G. Kerckhoff-Institut) in Bad Nauheim, Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Schaper, das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland in Wiesbaden überreicht.

11.05.2005 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Mit der Auszeichnung, die der Bundespräsident für besondere Verdienste um das Allgemeinwohl verleiht, werde das herausragende Lebenswerk des Wissenschaftlers, Hochschullehrers und Arztes gewürdigt, betonte Minister Corts. Prof. Dr. Dr. h.c. Schaper habe sich mit großem Nachdruck für die Erhaltung von Bad Nauheim als Forschungsstandort eingesetzt, als die Max-Planck-Gesellschaft vor rund drei Jahren ihr Institut nach Münster / Westfalen verlegen wollte. "Dies wäre nicht nur für Bad Nauheim und den Wetteraukreis, sondern für ganz Hessen ein schwerer Verlust gewesen", sagte der Minister.

"Nachdem die Medizinischen Fakultäten der Universitäten Frankfurt und Gießen mit der Max-Planck-Gesellschaft ein Konzept zur Schaffung eines gemeinsamen wissenschaftlichen Schwerpunktes entwickelt hatten, hat das Institut in Bad Nauheim mit dem Schwerpunkt Herz und Lungen eine neue Ausrichtung erhalten, die optimal in die universitäre Landschaft Hessens passt", so Corts. Durch die Kooperation der drei Institutionen unter Federführung von Prof. Schaper sei es möglich geworden, den Wissenschaftsstandort Hessen im Bereich der Herz-, Kreislauf- und Lungenforschung zu stärken. Der neue Namen sei Programm: Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung (W.G. Kerckhoff-Institut).

Prof. Schaper, am 11. Januar 1934 in Oschersleben (Sachsen-Anhalt) geboren, studierte an der Martin-Luther-Universität in Halle/Saale Medizin, wo er 1957 promovierte. 1967 erlangte er die Habilitation an der Katholischen Universität Louvain / Löwen in Belgien. Schaper war von 1972 bis zu seiner Emeritierung im Frühjahr 2004 Direktor der Abteilung Experimentelle Kardiologie des Max-Planck-Institutes für physiologische und klinische Forschung in Bad Nauheim und leitete es lange Jahre als Geschäftsführender Direktor. Außerdem war er seit 1973 Honorarprofessor an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und lehrte das Fach Kardiologie auf höchstem wissenschaftlichem Niveau. Zentrale Forschungsthemen des Kardiologen waren der durch Perfusionsschäden gefährdete Herz- und Skelettmuskel und die mögliche Vermeidung von Infarkten durch die Entwicklung von Umgehungskreisläufen, so genannten Kollateralkreisläufen. Professor Schaper hat mit seinen Mitarbeitern in mehreren Hundert Publikationen sowie vier Büchern die physiologischen, strukturellen, zellbiologischen und molekularen Komponenten umfassend analysiert, die an diesem Prozess beteiligt sind.

Zu den zahlreiche Ehrungen, die das international hohe Ansehen Schapers unterstreichen, gehören unter anderem der Arthur Weber Preis der Deutschen Gesellschaft für Kreislaufforschung (1972), der "Outstanding Research Award" der International Society of Heart Research (1985), die Ehrendoktorwürde der Universität Glasgow/Strathclyde (1995), der Preis der Spa-Foundation, Fondation Nationale pour la Recherche Scientifique, Brüssel/ Belgien (1996), der Internationale Preis der Slowakischen Akademie der Wissenschaften, Bratislava (1997), die "Basic Research Medal" der European Society of Cardiology, Wien (1998), der Alexander von Humboldt Preis, Belgien (1999), die Carl Ludwig Medaille der Deutschen Gesellschaft für Kreislaufforschung (2000) und der Preis der Pitzer-Stiftung, Bad Nauheim (2002).

Über viele Jahre hat Schaper den internationalen Austausch von Forschern und Nachwuchswissenschaftlern mit großem Erfolg und außerordentlichem Einsatz gefördert. Besonders wichtig war ihm die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Israel, Europa und den USA. So ist die Kooperation mit dem Felsenstein-Medical-Research Center der Tel-Aviv-University und den Universitäten Jerusalem sowie Haifa fester Bestandteil der Forschungsarbeit in Bad Nauheim geworden. Hunderte von Gästen, Stipendiaten und Doktorranden haben seit 1972 in Israel und Deutschland zusammengearbeitet und zahlreiche Projekte, Kongresse und Symposien gemeinsam ausgerichtet. Schaper wird von seinen Fachkollegen in Israel als herausragender Wissenschaftler hoch geschätzt, der neue Maßstäbe für die kardiovaskuläre Forschung gesetzt und eine neue Ära auf diesem Gebiet eingeleitet habe. Bis heute gelten seine Arbeiten als Grundlagen für die israelische Forschung und Lehre.

Von 1976 bis 1989 war Professor Schaper außerdem ehrenamtlicher Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung (DGK). In dieser Zeit wurden die Weichen dafür gestellt, das die Gesellschaft inzwischen auf mehr als 5.000 Mitglieder angewachsen ist. Ein großes Anliegen Schapers war stets auch die Öffnung der wissenschaftlichen Gesellschaft zu den östlichen Nachbarn.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden