Prof. Dr. Ernst-Wolfgang Böckenförde erhält Ehrendoktortitel

"Mit der Verleihung der Ehrendoktorwürde an Professor Böckenförde ehrt die Katholisch-Theologische Fakultät einen Verfassungsrechtler und Staatstheoretiker als Vertreter eines weltoffenen Christentums, der der Tradition und dem Glauben verbunden und zugleich aktiv beteiligt ist an den Diskursen zu Grundfragen unserer Zeit."

21.06.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Mit diesen Worten würdigte der Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Michael Sieber (MdL), das Wirken von Prof. Dr. Ernst-Wolfgang Böckenförde, der am 21. Juni an der Universität Tübingen mit der Ehrendoktorwürde der Katholisch-Theologischen Fakultät ausgezeichnet wurde. Die Ehrenpromotion sei angesichts der Vita von Prof. Böckenförde ein konsequenter Schritt, der zugleich die Geisteswissenschaften als ein Aushängeschild der Universität Tübingen stärke, sagte der Staatssekretär. "Prof. Böckenförde verdeutlicht durch sein Wirken, auf welch vielfältige und nachhaltige Weise die Geisteswissenschaften auf Politik und Gesellschaft einwirken."

Der 1930 in Kassel geborene Gelehrte befasse sich immer wieder neu mit den Grundlagen des Zusammenlebens in einer pluralen Gesellschaft, sagte Sieber. "Die Geisteswissenschaften sind ein elementarer Teil unserer Identität, und ohne sie hätten wir keine lebenswerte Welt." Unsere Gesellschaft stehe vor gewichtigen und vielschichtigen Fragen, auf die wir ohne die Geisteswissenschaften keine Antworten fänden. So weise Prof. Böckenförde auf die Gefahr hin, dass unsere Gesellschaft die Menschenwürde nicht mehr schützen könne, weil sie kein klares Menschenbild mehr besitze. Aus der Perspektive des christlichen Glaubens und seiner akademischen Reflexion beteilige sich Böckenförde an der Diskussion zum Menschenbild in der heutigen Gesellschaft, so Sieber und verwies dabei auch auf das Konfliktpotenzial etwa in der embryonalen Stammzellenforschung. "Es steht auf der einen Seite das rechtsstaatlich garantierte Gut der Freiheit der Wissenschaft und das Interesse an der Heilung schwerer Krankheiten, und auf der anderen Seite der Schutz der Würde des Lebens." Zu dieser Fragestellung habe Prof. Böckenförde überaus fundierte Diskussionsbeiträge geleistet.


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