Prof. Dr. Volker Himmelein in den Ruhestand verabschiedet

Der langjährige Direktor des Württembergischen Landesmuseums Stuttgart, Prof. Dr. Volker Himmelein, geht mit Ablauf des Monats Februar in den Ruhestand. Kunstminister Prof. Dr. Peter Frankenberg würdigte Prof. Himmelein anlässlich einer Feierstunde am 25. Februar in Stuttgart als "hervorragenden und erfolgreichen Museumsmann sowie als unverwechselbare Persönlichkeit des kulturellen Lebens der Stadt Stuttgart und der Region. Prof. Himmelein hat sich bis heute durch ein außerordentliches Engagement und einen besonderen Einsatz im privaten und beruflichen Bereich ausgezeichnet". Seinen Dank und Anerkennung verband der Minister mit den besten Wünschen für Himmelein zu dessen 65. Geburtstag vor wenigen Tagen. Für seine besonderen Verdienste um das Württembergische Landesmuseum und die Kulturlandschaft in Baden-Württemberg wurde Prof. Dr. Volker Himmelein das Verdienstkreuz am Bande verliehen.

25.02.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Kunstminister Frankenberg charakterisierte Himmelein als "faire, offene und auf liebenswürdige Weise knitze Persönlichkeit von gesamt-baden-württembergi-schem Schlage" und hob dessen vielfältige Verdienste während seiner rund 14-jährigen Amtszeit als Direktor des Württembergischen Landesmuseums in Stuttgart hervor: "Im wahrsten Sinne des Wortes haben Sie an der Zukunft des Württembergischen Landesmuseums mitgebaut", so der Minister. In seiner Amts-zeit hat Volker Himmelein zahlreiche Abteilungen der Dauerausstellung neu eingerichtet, u. a. die Kostümsammlung, Uhrensammlung, Sammlung Kunstdesign und die soeben neu eröffnete Glassammlung. Daneben gehen die Eröffnung des Dominikaner-Museums Rottweil, des Musikinstrumenten-Museums im Fruchtkasten in Stuttgart (1993), des Schlossmuseums in Aulendorf (1997) und des Keramikmuseums und des Modemuseums im Ludwigsburger Schloss (2004) auf sein engagiertes Wirken zurück. Umgebaut, erweitert und neu eingerichtet werden konnten unter seiner Ägide das Federsee-Museum in Bad Buchau, das Limes-Museum in Aalen und das Barockschlittenmuseum in Uracher Schloss.

Mit dem konsequenten und qualitätvollen Ausbau der Sammlung des Württembergischen Landesmuseums habe sich Himmelein, so der Minister, weitere Verdienste erworben: "Zu nennen sind hier u. a. die Erwerbung der Glassammlung Ernesto Wolf, fünf mittelalterliche Glasfenster aus Dühren, das Stifterkreuz der Grafen von Oettingen von 1422, eine Heilige Sippe von Tilman Riemenschneider, zahlreiche Kostüme und Textilien für das neue Modemuseum, bedeutende Renaissance-Uhren und zwei Globen aus Salem von 1792 und Vieles mehr. Damit haben Sie dem Museum auch in finanziell schwierigen Zeiten eine gute Perspektive für die Zukunft eröffnet."

Unter Hinweis auf die Vita Himmeleins verwies Frankenberg auf dessen "besondere baden-württembergische Existenz", die durch ein lebenslanges und sehr produktives Oszillieren zwischen dem badischen und dem württembergischen Landesteil gekennzeichnet sei. So war Prof. Himmelein u. a. nicht nur als Direktor des Württembergischen Landesmuseums für die Landesausstellung über Vorderösterreich (1998) und die überaus erfolgreiche Landesausstellung über die Säkularisation im deutschen Südwesten (2003) verantwortlich, sondern während seiner Amtszeit am Badischen Landesmuseum auch für die Großen Landesausstellungen über Renaissance und Barock in Baden-Württemberg. Er sei sich sicher, so der Minister, dass Prof. Himmelein angesichts seiner Schaffenskraft und seinem unvermindertem Engagement auch weiterhin für die Pflege des Reichtums und der Vielfalt der baden-württembergischen kulturellen Landschaft tätig sein werde und seine Erfahrung in vielfältiger Weise einsetzen werde.

Volker Himmelein wurde in Pforzheim geboren und verbrachte seine Jugend in Wildbad und Neuenbürg. Das Studium der Geschichte, Germanistik, Kunstgeschichte und Politikwissenschaft in Tübingen und Freiburg schloss er 1965 mit einer Dissertation bei Hubert Schrade über das Portal der Kartause von Champmol ab. Ab 1965 war er Volontär am Badischen Landesmuseum in Karlsruhe, 1967 wechselte er als Konservator an das Württembergische Landesmuseum in Stuttgart, wo er wesentlichen Anteil an der Vorbereitung und dem Erfolg der Großen Landesausstellung "Die Zeit der Staufer" im Jahre 1977 hatte. Ab 1979 wiederum am Badischen Landesmuseum beschäftigt, war er ab 1981 dessen Direktor, verbunden mit einer Professur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Nach einer regen Ausstellungstätigkeit in Karlsruhe kam Himmelein wiederum am 1. Juni 1991 als Direktor an das Württembergische Landesmuseum Stuttgart zurück.


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